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ETF-Sparplanrechner

Berechne deinen ETF-Sparplan kostenlos: Endvermögen, Sparrate und den Einfluss laufender Kosten (TER) simulieren.

ETF-Sparplan: Der smarte Weg zum langfristigen Vermögensaufbau

Ein ETF-Sparplan gehört zu den effizientesten und kostengünstigsten Methoden, um als Privatanleger langfristig Vermögen aufzubauen. Exchange Traded Funds (ETFs) bilden einen Börsenindex wie den MSCI World oder den S&P 500 nach und bieten damit breite Diversifikation zu minimalen Kosten. In Kombination mit einem monatlichen Sparplan nutzt du zusätzlich den Cost-Average-Effekt und den Zinseszins — zwei der stärksten Hebel, die dir als Anleger zur Verfügung stehen.

Wie funktioniert ein ETF-Sparplan?

Bei einem ETF-Sparplan investierst du regelmäßig einen festen Betrag — beispielsweise monatlich 200 Euro — in einen oder mehrere ETFs deiner Wahl. Dein Broker kauft automatisch zum jeweiligen Kurszeitpunkt Anteile (bzw. Bruchstücke) des ETFs. Steht der Kurs niedrig, erhältst du mehr Anteile; steht er hoch, weniger. Über die Zeit gleichen sich die Kaufkurse aus — das ist der sogenannte Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt).

Du musst dich weder um den richtigen Einstiegszeitpunkt kümmern noch täglich die Kurse beobachten. Ein ETF-Sparplan läuft automatisch und erfordert nach der Einrichtung nahezu keinen Aufwand. Genau das macht ihn so attraktiv für Berufstätige, die sich nicht hauptberuflich mit Börse beschäftigen wollen.

Warum ETFs die beste Wahl für Sparpläne sind

ETFs haben gegenüber aktiv gemanagten Fonds mehrere entscheidende Vorteile, die sich besonders bei langfristigen Sparplänen bemerkbar machen:

Niedrige Kosten: Die Total Expense Ratio (TER) eines typischen Welt-ETFs liegt bei 0,1–0,3 % pro Jahr. Aktiv gemanagte Fonds kosten dagegen oft 1,5–2,0 % — das klingt nach wenig Unterschied, summiert sich über Jahrzehnte aber zu fünfstelligen Beträgen. Nutze unseren Fonds-Sparplanrechner, um den genauen Unterschied zu berechnen.

Breite Diversifikation: Ein einziger Welt-ETF wie der MSCI World enthält über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Damit streust du dein Risiko maximal, ohne selbst einzelne Aktien auswählen zu müssen.

Transparenz: Du weißt jederzeit, welche Aktien in deinem ETF enthalten sind und wie hoch die Kosten sind. Bei aktiven Fonds ist die Zusammensetzung oft weniger transparent.

Kein Ausgabeaufschlag: ETFs werden an der Börse gehandelt und haben keinen Ausgabeaufschlag. Bei klassischen Fonds können dagegen 3–5 % Aufschlag fällig werden — Geld, das von Tag eins deine Rendite schmälert.

Ein ETF reicht oft aus

Für den Einstieg genügt ein einziger breit gestreuter Welt-ETF (z. B. auf den MSCI World oder FTSE All-World). Damit hast du automatisch Tausende Unternehmen im Portfolio. Verkompliziere dein Depot nicht mit zu vielen Positionen — Einfachheit ist ein Vorteil, kein Nachteil.

Die richtige Sparrate finden

Die häufigste Frage von Einsteigern: „Wie viel soll ich monatlich investieren?" Die ehrliche Antwort: So viel, wie du dauerhaft durchhalten kannst, ohne in finanzielle Engpässe zu geraten.

Eine verbreitete Faustregel ist die 50-30-20-Regel: 50 % deines Nettoeinkommens gehen für Fixkosten, 30 % für persönliche Ausgaben und 20 % werden gespart oder investiert. Wenn du also 2.500 Euro netto verdienst, wären 500 Euro ein guter Richtwert für Investitionen und Rücklagen.

Aber auch kleinere Beträge sind sinnvoll. Viele Broker erlauben Sparpläne ab 25 Euro. Fange lieber mit 100 Euro an und steigere dich, als gar nicht zu starten. Denn der wichtigste Faktor beim ETF-Sparplan ist nicht die Höhe der Rate, sondern die Dauer. 200 Euro über 30 Jahre bringen deutlich mehr als 500 Euro über 10 Jahre — dank des Zinseszinseffekts.

Welche ETFs eignen sich für einen Sparplan?

Für die meisten Anleger empfehlen sich breit gestreute, globale Aktien-ETFs. Die beliebtesten Optionen sind:

MSCI World: Rund 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Der Klassiker unter den Welt-ETFs. Schwerpunkt liegt auf den USA (ca. 70 %), was die wirtschaftliche Dominanz amerikanischer Unternehmen widerspiegelt.

FTSE All-World / MSCI ACWI: Enthält zusätzlich Schwellenländer (Emerging Markets). Damit ist die Abdeckung noch breiter als beim MSCI World. Für viele Anleger die One-ETF-Lösung schlechthin.

S&P 500: Enthält die 500 größten US-Unternehmen. Historisch die stärkste Rendite, aber weniger diversifiziert als ein Welt-ETF. Eignet sich als Ergänzung oder für Anleger, die bewusst auf den US-Markt setzen.

Bei der Auswahl solltest du auf folgende Kriterien achten: Fondsvolumen (mindestens 100 Millionen Euro), niedrige TER (unter 0,3 %), physische Replikation und — je nach Steuerpräferenz — thesaurierende oder ausschüttende Variante.

Thesaurierend oder ausschüttend?

Thesaurierende ETFs reinvestieren Dividenden automatisch und sind ideal für den langfristigen Vermögensaufbau. Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden aus — praktisch, um den jährlichen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro auszuschöpfen. Viele Anleger kombinieren beides: einen ausschüttenden ETF bis der Freibetrag ausgenutzt ist, den Rest thesaurierend.

Cost-Average-Effekt: Dein Vorteil bei schwankenden Kursen

Einer der größten psychologischen Vorteile eines Sparplans ist der Cost-Average-Effekt. Da du jeden Monat denselben Betrag investierst, kaufst du bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger. Über die Zeit ergibt sich ein günstiger Durchschnittskaufpreis.

Das bedeutet auch: Kurseinbrüche sind für Sparplan-Anleger kein Grund zur Panik, sondern eine Chance. Wenn der Markt um 30 % fällt, bekommst du für deine 200 Euro deutlich mehr Anteile als zuvor. Wenn sich die Kurse erholen — was sie historisch immer getan haben — profitierst du überproportional.

Der häufigste Fehler

Den Sparplan in einer Krise zu stoppen oder gar zu verkaufen ist der teuerste Fehler, den Anleger machen können. Genau dann solltest du weitersparen, denn du kaufst günstig ein. Historisch hat sich der Markt nach jeder Krise erholt und neue Höchststände erreicht.

Steuern beim ETF-Sparplan

In Deutschland unterliegen Kapitalerträge der Abgeltungssteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag (insgesamt ca. 26,375 %, zzgl. ggf. Kirchensteuer). Allerdings gibt es den Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person (2.000 Euro für Ehepaare), bis zu dem Erträge steuerfrei bleiben.

Bei thesaurierenden ETFs wird jährlich die sogenannte Vorabpauschale fällig — ein rechnerischer Mindestertrag, der versteuert wird. Die tatsächliche Steuer auf Kursgewinne fällt erst beim Verkauf an. Aktien-ETFs profitieren zudem von der Teilfreistellung: 30 % der Erträge sind steuerfrei, sodass effektiv nur 70 % der Gewinne versteuert werden.

So nutzt du unseren ETF-Sparplanrechner

Unser Rechner hilft dir, verschiedene Szenarien durchzuspielen und die Kraft des langfristigen Investierens zu visualisieren:

  1. Startkapital: Falls du bereits Erspartes hast, gib es als Anfangskapital ein. Sonst starte einfach bei 0.
  2. Monatliche Rate: Dein regelmäßiger Sparbetrag. Experimentiere mit verschiedenen Werten, um zu sehen, wie stark kleine Erhöhungen wirken.
  3. Laufzeit: Mindestens 10 Jahre, idealerweise 15–30 Jahre. Je länger, desto stärker der Zinseszinseffekt.
  4. Rendite: Für einen breit gestreuten Welt-ETF sind 6–8 % p.a. historisch realistisch.
  5. TER: Die jährlichen Kosten deines ETFs (typischerweise 0,1–0,3 %).

Vergleiche die Ergebnisse mit unserem Fonds-Sparplanrechner, um zu sehen, wie sich höhere Kosten langfristig auswirken.

Häufige Fehler beim ETF-Sparplan vermeiden

Zu kurzer Anlagehorizont: Aktien-ETFs können kurzfristig stark schwanken. Plane mindestens 10, besser 15 Jahre ein. Für Geld, das du in den nächsten 5 Jahren brauchst, sind ETFs nicht die richtige Wahl.

Zu viele ETFs: Drei oder vier ETFs mit ähnlichem Inhalt bringen keine bessere Diversifikation, sondern nur mehr Komplexität. Ein bis zwei ETFs reichen für die meisten Anleger völlig aus.

Market Timing: Den „perfekten" Einstiegszeitpunkt gibt es nicht. Studien zeigen, dass regelmäßiges Investieren via Sparplan langfristig nahezu identische Ergebnisse liefert wie der theoretisch beste Zeitpunkt — mit deutlich weniger Stress.

Emotionale Entscheidungen: Panikverkäufe in Krisen und Euphorie-Käufe in Boomphasen sind die größten Renditekiller. Ein automatischer Sparplan schützt dich davor, weil er emotionslos und regelmäßig investiert.

Häufig gestellte Fragen zum ETF-Sparplan

Die meisten Broker bieten Sparpläne bereits ab 25 Euro monatlich an. Es gibt keinen Mindestbetrag, ab dem es sich „lohnt". Auch 50 oder 100 Euro monatlich können über 20–30 Jahre ein beachtliches Vermögen aufbauen. Wichtiger als die absolute Höhe ist die Regelmäßigkeit: lieber 100 Euro jeden Monat als einmalig 5.000 Euro und dann nichts mehr.

Für Einsteiger eignet sich ein breit gestreuter Welt-ETF am besten — zum Beispiel auf den MSCI World oder den FTSE All-World Index. Damit investierst du in Tausende Unternehmen weltweit und brauchst dir keine Gedanken über Einzelaktien oder Sektoren zu machen. Achte auf eine niedrige TER (unter 0,3 %), ein Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro und einen etablierten Anbieter wie iShares, Vanguard oder Xtrackers.

Nein — im Gegenteil. Ein Kurseinbruch ist für Sparplan-Anleger eigentlich eine gute Nachricht, denn du kaufst zu niedrigeren Kursen mehr Anteile. Historisch hat sich der globale Aktienmarkt nach jeder Krise erholt und neue Höchststände erreicht. Wer 2008 oder 2020 seinen Sparplan durchgehalten hat, wurde dafür belohnt. Den Sparplan zu stoppen und auf den „richtigen Zeitpunkt" zu warten, kostet dich langfristig Rendite.

ETFs sind Sondervermögen und damit im Insolvenzfall des Anbieters geschützt — dein Geld gehört dir, nicht der Fondsgesellschaft. Das Kursrisiko (Schwankungen) trägst du allerdings selbst. Historisch hat der MSCI World über jeden beliebigen 15-Jahres-Zeitraum seit 1970 eine positive Rendite erzielt. Das Risiko sinkt also mit der Anlagedauer erheblich. Für kurzfristige Ziele (unter 5 Jahre) sind Tagesgeld oder Festgeld die sicherere Wahl.

Für die meisten Anleger genügt ein einziger breit gestreuter Welt-ETF. Wer möchte, kann einen zweiten ETF für Schwellenländer oder Small Caps hinzufügen. Mehr als drei ETFs sind selten sinnvoll und erhöhen vor allem die Komplexität. Die oft zitierte „70/30-Aufteilung" (70 % MSCI World, 30 % MSCI Emerging Markets) ist eine beliebte Strategie, aber kein Muss. Ein FTSE All-World oder MSCI ACWI deckt beides in einem einzigen ETF ab.

Idealerweise erst, wenn du das Geld tatsächlich brauchst — beispielsweise für die Altersvorsorge oder eine große Anschaffung. Es gibt keinen „perfekten" Verkaufszeitpunkt. Viele Experten empfehlen, einige Jahre vor dem geplanten Entnahmezeitpunkt schrittweise in risikoärmere Anlagen umzuschichten, um nicht bei einem Crash verkaufen zu müssen. Eine gängige Strategie ist, 5 Jahre vor dem Ziel nach und nach in Anleihen oder Festgeld umzuschichten.

Deine ETF-Anteile gehören dir und können bei einem Brokerwechsel per Depotübertrag mitgenommen werden. Der Übertrag ist in Deutschland kostenlos und dauert in der Regel 2–4 Wochen. Während des Übertrags kannst du deine Anteile nicht verkaufen. Den Sparplan selbst musst du beim neuen Broker neu einrichten, da Sparpläne brokerspezifisch sind.