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Kreditrechner

Berechne kostenlos deine monatliche Kreditrate, Gesamtkosten und den vollständigen Tilgungsplan.

Kreditrechner: Finanzierung verstehen, Kosten kontrollieren

Ob Immobilie, Auto oder Umschuldung — ein Kredit ist für die meisten Menschen irgendwann unvermeidlich. Umso wichtiger ist es, die tatsächlichen Kosten einer Finanzierung zu verstehen und verschiedene Angebote sachlich vergleichen zu können. Unser Kreditrechner hilft dir dabei, die monatliche Rate, die Gesamtkosten und die Zinslast für unterschiedliche Szenarien zu berechnen — transparent und unabhängig.

Wie funktioniert ein Annuitätendarlehen?

Die mit Abstand häufigste Kreditform in Deutschland ist das Annuitätendarlehen. Bei dieser Variante zahlst du über die gesamte Laufzeit eine gleichbleibende monatliche Rate (Annuität), die sich aus zwei Komponenten zusammensetzt:

Zinsanteil: Der Teil deiner Rate, der als Zins an die Bank geht. Dieser Anteil ist zu Beginn am höchsten und sinkt mit jeder Zahlung, da sich die Restschuld verringert.

Tilgungsanteil: Der Teil, der tatsächlich deine Schulden reduziert. Dieser Anteil steigt im Laufe der Zeit, da der Zinsanteil abnimmt und die Rate konstant bleibt.

Dieses Zusammenspiel bedeutet: In den ersten Jahren zahlst du hauptsächlich Zinsen, erst mit fortschreitender Laufzeit geht ein größerer Teil deiner Rate in die Tilgung. Bei einem Immobilienkredit mit 3 % Zins und 2 % Tilgung dauert es beispielsweise über 30 Jahre, bis die Schuld komplett getilgt ist — und die Summe der gezahlten Zinsen übersteigt dabei oft den ursprünglichen Kreditbetrag.

Zins vs. Tilgung verstehen

Je höher deine anfängliche Tilgung, desto schneller bist du schuldenfrei und desto weniger Zinsen zahlst du insgesamt. Eine Erhöhung der Tilgung von 2 % auf 3 % kann die Gesamtzinskosten um 30–40 % reduzieren und die Laufzeit um viele Jahre verkürzen. Unser Rechner zeigt dir den genauen Unterschied.

Effektivzins vs. Sollzins: Den Unterschied kennen

Wenn du Kreditangebote vergleichst, wirst du auf zwei verschiedene Zinsangaben stoßen:

Sollzins (Nominalzins): Der reine Zinssatz, mit dem die Bank dein Darlehen berechnet. Er enthält keine Nebenkosten und ist daher immer niedriger als der Effektivzins.

Effektivzins: Dieser Zinssatz berücksichtigt neben dem Sollzins auch weitere Kostenfaktoren wie Bearbeitungsgebühren, die Verrechnungsmethode und den Auszahlungszeitpunkt. Laut Gesetz müssen Banken den Effektivzins ausweisen, damit Kreditnehmer Angebote objektiv vergleichen können.

Vergleiche Kreditangebote immer anhand des Effektivzinses — er gibt dir das realistischere Bild der tatsächlichen Kosten. Unser Rechner arbeitet mit dem Sollzins als Eingabe und zeigt dir die daraus resultierenden Gesamtkosten.

Die wichtigsten Kreditarten im Überblick

Immobilienkredit (Baufinanzierung): Typischerweise hohe Summen (100.000–500.000+ Euro), lange Laufzeiten (15–30 Jahre) und vergleichsweise niedrige Zinsen (aktuell 3–4,5 %), da die Immobilie als Sicherheit dient. Die Zinsbindung beträgt meist 10–15 Jahre, danach wird neu verhandelt.

Ratenkredit (Konsumentenkredit): Für Anschaffungen wie Autos, Möbel oder Elektronik. Typische Summen von 1.000–50.000 Euro, Laufzeiten von 12–84 Monaten und Zinsen von 3–9 % je nach Bonität und Laufzeit.

Dispokredit: Der teuerste Kredit — oft 10–15 % Zinsen. Sollte nur kurzfristig und in Ausnahmefällen genutzt werden. Wer regelmäßig im Dispo landet, sollte dringend über einen günstigeren Ratenkredit zur Ablösung nachdenken.

Rahmenkredit (Abrufkredit): Eine Alternative zum Dispo mit meist 5–8 % Zinsen. Flexibler als ein Ratenkredit, aber deutlich günstiger als der Dispo.

Dispo sofort ablösen

Wenn du dauerhaft deinen Dispokredit nutzt, zahlst du 10–15 % Zinsen — das ist mehr als die meisten Aktieninvestments an Rendite bringen. Ein Umschuldung in einen Ratenkredit mit 5–7 % spart sofort Geld. Das sollte immer die erste Maßnahme sein, bevor du ans Investieren denkst.

So nutzt du unseren Kreditrechner

Unser Rechner hilft dir, verschiedene Finanzierungsszenarien schnell und transparent durchzurechnen:

  1. Kreditbetrag eingeben: Die Summe, die du aufnehmen möchtest.
  2. Zinssatz festlegen: Der Sollzins, den die Bank dir anbietet. Hole mehrere Angebote ein und vergleiche.
  3. Laufzeit wählen: Längere Laufzeiten bedeuten niedrigere Raten, aber höhere Gesamtkosten. Kürzere Laufzeiten sind teurer pro Monat, sparen aber erheblich Zinsen.
  4. Ergebnis analysieren: Achte besonders auf die Gesamtkosten (Zinsen über die gesamte Laufzeit) und nicht nur auf die monatliche Rate.

Spiele mit verschiedenen Laufzeiten und Zinssätzen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie stark diese Faktoren das Ergebnis beeinflussen. Oft lohnt es sich, eine etwas höhere monatliche Rate zu wählen, um die Gesamtkosten deutlich zu senken.

Tilgungsrate: Der unterschätzte Hebel

Bei Immobilienkrediten ist die anfängliche Tilgungsrate einer der wichtigsten Parameter — und gleichzeitig der, den viele Kreditnehmer unterschätzen.

Ein Beispiel: Du nimmst einen Kredit über 300.000 Euro auf, der Sollzins beträgt 3,5 %.

  • Bei 1 % Tilgung: Monatliche Rate 1.125 Euro, Restschuld nach 10 Jahren: 261.840 Euro, gezahlte Zinsen: 97.040 Euro
  • Bei 2 % Tilgung: Monatliche Rate 1.375 Euro, Restschuld nach 10 Jahren: 218.400 Euro, gezahlte Zinsen: 88.400 Euro
  • Bei 3 % Tilgung: Monatliche Rate 1.625 Euro, Restschuld nach 10 Jahren: 170.520 Euro, gezahlte Zinsen: 78.520 Euro

Die monatliche Mehrbelastung von 250 Euro (1 % vs. 2 % Tilgung) spart über 10 Jahre fast 9.000 Euro Zinsen und reduziert die Restschuld um über 43.000 Euro. Bei 3 % Tilgung ist der Effekt noch dramatischer.

Sondertilgungen: Clever Schulden reduzieren

Viele Kreditverträge — insbesondere für Immobilien — erlauben jährliche Sondertilgungen, typischerweise 5–10 % der ursprünglichen Darlehenssumme. Wer diese Möglichkeit nutzt, kann die Laufzeit erheblich verkürzen und Tausende Euro an Zinsen sparen.

Sondertilgungen sind besonders wirkungsvoll zu Beginn der Kreditlaufzeit, da zu diesem Zeitpunkt die Restschuld am höchsten ist und entsprechend die meisten Zinsen anfallen. Eine Sondertilgung von 10.000 Euro im ersten Jahr spart über die Restlaufzeit deutlich mehr als dieselbe Sondertilgung im zehnten Jahr.

Sondertilgungen strategisch einsetzen

Wenn du Bonuszahlungen, Erbschaften oder andere Einmalbeträge erhältst, prüfe immer zuerst, ob eine Sondertilgung möglich und sinnvoll ist. Bei einem Kredit mit 3,5 % Sollzins entspricht eine Sondertilgung einer garantierten, risikofreien „Rendite" von 3,5 % — nach Steuern und ohne Risiko. Das schafft kaum eine andere Anlage.

Umschuldung: Lohnt sich ein Kreditwechsel?

Bei einem Umschuldungskredit löst du einen bestehenden Kredit durch einen neuen mit besseren Konditionen ab. Das lohnt sich besonders in folgenden Situationen:

Zinsniveau ist gefallen: Wenn du deinen Kredit in einer Hochzinsphase abgeschlossen hast und die Zinsen seitdem gesunken sind, kann ein neuer Kredit erheblich günstiger sein.

Ablösung des Dispos: Einen teuren Dispokredit durch einen günstigeren Ratenkredit abzulösen, spart fast immer Geld.

Bündelung mehrerer Kredite: Wenn du mehrere kleine Kredite hast, kann die Zusammenlegung in einen einzigen Kredit die Gesamtkosten senken und die Übersicht verbessern.

Achte bei einer Umschuldung auf mögliche Vorfälligkeitsentschädigungen bei deinem bestehenden Kredit. Diese können den Kostenvorteil des neuen Kredits teilweise oder ganz auffressen. Rechne beide Szenarien durch, bevor du dich entscheidest.

Kredit vs. Sparen: Wann lohnt sich Finanzierung?

Eine fundamentale Frage: Sollst du für eine Anschaffung sparen oder sie finanzieren? Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab:

Finanzierung sinnvoll: Bei Immobilien (Wertsteigerung, Mietersparnis), bei dringend notwendigen Anschaffungen (Auto für den Arbeitsweg) oder wenn der Kreditzins niedriger ist als die erwartete Rendite einer alternativen Anlage.

Sparen sinnvoll: Bei Konsumgütern (Urlaub, Elektronik, Möbel), bei hohen Kreditzinsen oder wenn du bereits verschuldet bist. Jede vermiedene Verschuldung ist die beste „Rendite".

Grundregel: Konsumschulden vermeiden, Investitionsschulden können sinnvoll sein. Ein Kredit für eine vermietete Immobilie kann ein kluger Hebel sein; ein Kredit für den Sommerurlaub ist es nie.

Die goldene Regel der Verschuldung

Nimm nur Kredite auf für Dinge, die entweder im Wert steigen (Immobilie) oder dein Einkommen sichern bzw. steigern (Ausbildung, Arbeitsweg). Konsumschulden für Dinge, die im Wert fallen, solltest du grundsätzlich vermeiden.

10 Tipps für die Kreditaufnahme

  1. Mehrere Angebote einholen: Vergleiche mindestens 3–5 Angebote von verschiedenen Banken und Online-Portalen.
  2. Effektivzins vergleichen: Nicht den Sollzins, sondern immer den Effektivzins als Vergleichsmaßstab nutzen.
  3. Tilgung maximieren: Wähle die höchste Tilgungsrate, die du dir leisten kannst, ohne in finanzielle Engpässe zu geraten.
  4. Sondertilgungen vereinbaren: Achte darauf, dass dein Vertrag kostenlose Sondertilgungen erlaubt.
  5. Ratenhöhe realistisch wählen: Die Rate sollte maximal 35 % deines Nettoeinkommens betragen. Rechne einen Puffer für unvorhergesehene Ausgaben ein.
  6. Laufzeit hinterfragen: Eine längere Laufzeit senkt die Rate, erhöht aber die Gesamtkosten drastisch.
  7. Restschuldversicherung kritisch prüfen: Oft teuer und nicht immer nötig. Prüfe Alternativen wie eine separate Risikolebensversicherung.
  8. Vorfälligkeitsentschädigung beachten: Informiere dich vorab über die Kosten einer vorzeitigen Ablösung.
  9. Zinsbindung klug wählen: Bei niedrigen Zinsen eine lange Zinsbindung (15–20 Jahre) wählen; bei hohen Zinsen kürzer binden.
  10. Notfallreserve behalten: Nimm nicht dein gesamtes Erspartes als Eigenkapital. Behalte 3–6 Monatsgehälter als Notfallpuffer.

Häufig gestellte Fragen zum Kredit

Als Faustregel gilt: Die monatliche Kreditrate sollte maximal 35 % deines Nettoeinkommens betragen. Bei einem Nettoeinkommen von 3.000 Euro wären das maximal 1.050 Euro monatliche Rate. Berücksichtige dabei aber auch andere Fixkosten, laufende Verpflichtungen und einen Puffer für unvorhergesehene Ausgaben. Banken orientieren sich bei der Kreditvergabe an deiner Haushaltsrechnung — also Einnahmen minus alle Ausgaben. Der verbleibende Betrag ist dein maximal möglicher Ratenbetrag.

Wenn du einen Kredit vorzeitig zurückzahlst, entgehen der Bank Zinserträge. Diese entgangenen Einnahmen kann sie in Form einer Vorfälligkeitsentschädigung von dir verlangen. Bei Ratenkrediten ist die Vorfälligkeitsentschädigung seit 2010 auf maximal 1 % der Restschuld (bzw. 0,5 % bei unter 12 Monaten Restlaufzeit) begrenzt. Bei Immobilienkrediten gibt es diese Begrenzung nicht — hier können die Kosten erheblich sein. Nach 10 Jahren Laufzeit hast du jedoch laut BGB ein Sonderkündigungsrecht ohne Vorfälligkeitsentschädigung.

Ein Festzins gibt dir Planungssicherheit: Deine Rate bleibt über die gesamte Zinsbindung konstant, unabhängig von Marktentwicklungen. Ein variabler Zins passt sich dem Marktzins an — er kann günstiger sein, birgt aber das Risiko steigender Raten. In Zeiten niedriger Zinsen empfiehlt sich eine lange Festzinsbindung (15–20 Jahre), um das niedrige Niveau zu sichern. In Hochzinsphasen kann ein variabler Zins oder eine kurze Zinsbindung sinnvoll sein, wenn mit sinkenden Zinsen zu rechnen ist.

Das hängt vom Verhältnis zwischen Kreditzins und erwarteter Anlagerendite ab. Grundregel: Wenn dein Kreditzins höher ist als die nach Steuern erwartete Anlagerendite, ist die Sondertilgung vorteilhafter. Bei einem Kredit mit 3,5 % Zins und einer erwarteten ETF-Rendite von 7 % vor Steuern (ca. 5 % nach Steuern) könnte das Investieren rechnerisch vorteilhafter sein. Allerdings ist die Sondertilgung risikofrei, während die Anlagerendite schwankt. Viele Finanzexperten empfehlen einen Mittelweg: Sondertilgungen nutzen und parallel investieren.

Kommuniziere sofort mit deiner Bank, bevor du eine Rate versäumst. Die meisten Banken bieten Möglichkeiten wie Stundung (Zahlungsaufschub), Ratenreduzierung oder Laufzeitverlängerung an. Wenn du ohne Absprache Raten verpasst, fallen Mahngebühren und Verzugszinsen an. Nach mehreren versäumten Raten kann die Bank den Kredit fällig stellen und — bei Immobilienkrediten — eine Zwangsversteigerung einleiten. Proaktive Kommunikation ist immer der bessere Weg.

Ja, erheblich. Dein Schufa-Score ist einer der wichtigsten Faktoren bei der Kreditvergabe und Zinsgestaltung. Ein guter Score (über 95 %) führt zu deutlich niedrigeren Zinsen als ein mittelmäßiger oder schlechter Score. Prüfe deinen Schufa-Score regelmäßig und kostenlos über die Schufa-Selbstauskunft. Falsche Einträge solltest du umgehend korrigieren lassen, da sie deinen Score unnötig verschlechtern und dich bares Geld kosten können.