Fonds-Sparplanrechner
Berechne deinen Fonds-Sparplan mit Ausgabeaufschlag und TER – vergleiche Kosten und Rendite mit ETF-Sparplänen.
Fonds-Sparplan: Was kosten dich aktive Fonds wirklich?
Aktiv gemanagte Investmentfonds versprechen, durch professionelles Management den Markt zu schlagen. Dafür fallen allerdings deutlich höhere Kosten an als bei passiven ETFs — Ausgabeaufschläge, Verwaltungsgebühren und oft auch versteckte Transaktionskosten. Unser Fonds-Sparplanrechner macht transparent, was diese Kosten über Jahre und Jahrzehnte tatsächlich ausmachen. Die Ergebnisse überraschen die meisten Anleger.
Der wahre Preis aktiver Fonds
Wenn du in einen aktiv gemanagten Fonds investierst, zahlst du in der Regel zwei wesentliche Kostenblöcke:
Ausgabeaufschlag (Agio): Beim Kauf von Fondsanteilen wird ein einmaliger Aufschlag von typischerweise 3–5 % erhoben. Das bedeutet: Von 100 Euro, die du investierst, landen nur 95–97 Euro tatsächlich im Fonds. Der Rest geht als Vertriebsgebühr an die Fondsgesellschaft oder den Vermittler.
Laufende Verwaltungskosten (TER): Die Total Expense Ratio umfasst die jährlichen Kosten für Fondsmanagement, Depotbankgebühren und Verwaltung. Bei aktiven Fonds liegt die TER meist zwischen 1,2 % und 2,0 % — bei ETFs dagegen nur bei 0,1–0,3 %. Diese Kosten werden täglich vom Fondsvermögen abgezogen und schmälern deine Rendite kontinuierlich.
Versteckte Kosten: Zusätzlich zur TER fallen oft noch Transaktionskosten innerhalb des Fonds an, die nicht in der TER ausgewiesen werden. Wenn der Fondsmanager häufig umschichtet, können diese Kosten weitere 0,3–0,5 % pro Jahr betragen.
Eine Kostendifferenz von 1,5 % pro Jahr klingt harmlos, kann aber über 30 Jahre den Unterschied zwischen 400.000 Euro und 250.000 Euro ausmachen. Kosten sind der einzige Faktor bei der Geldanlage, den du vollständig kontrollieren kannst — und genau deshalb solltest du sie minimieren.
Warum Kosten so stark ins Gewicht fallen
Der Grund, warum Kosten über lange Zeiträume so vernichtend wirken, ist der Zinseszinseffekt — nur diesmal arbeitet er gegen dich. Jeder Euro, der als Gebühr abfließt, fehlt nicht nur einmalig, sondern kann in den Folgejahren keine Rendite mehr erwirtschaften. Die Kosten „zinsen sich" also genauso wie deine Erträge — nur eben zu deinem Nachteil.
Ein konkretes Beispiel: Du investierst 300 Euro monatlich über 30 Jahre bei einer Marktrendite von 7 % pro Jahr.
- ETF mit 0,2 % TER: Endvermögen ca. 340.000 Euro
- Aktiver Fonds mit 1,5 % TER und 5 % Ausgabeaufschlag: Endvermögen ca. 240.000 Euro
- Differenz: Rund 100.000 Euro — allein durch Kosten
Diese 100.000 Euro sind reales Geld, das dir für den Ruhestand, die Ausbildung deiner Kinder oder andere Lebensziele fehlt. Und das bei identischer Marktrendite — der aktive Fonds müsste den Markt also dauerhaft um 1,5 % pro Jahr schlagen, nur um mit dem ETF gleichzuziehen.
Aktive Fonds vs. ETFs: Was sagen die Daten?
Die Forschungslage ist eindeutig: Die überwiegende Mehrheit aktiver Fonds schafft es langfristig nicht, ihren Vergleichsindex zu schlagen. Die SPIVA-Studie von S&P Dow Jones Indices untersucht dies regelmäßig und kommt zu ernüchternden Ergebnissen:
- Über 5 Jahre unterperformen rund 75–85 % der aktiven Fonds ihren Index
- Über 10 Jahre sind es bereits 85–95 %
- Über 20 Jahre schaffen es weniger als 5 % der Fonds, den Markt zu schlagen
Das Problem: Selbst wenn ein Fonds in der Vergangenheit gut abgeschnitten hat, ist das keine Garantie für die Zukunft. Studien zeigen, dass die Outperformance vergangener Top-Fonds meist nicht anhält. Fondsmanager, die fünf Jahre in Folge den Markt geschlagen haben, schneiden in den folgenden fünf Jahren statistisch nicht besser ab als der Durchschnitt.
Die offiziellen Fondsstatistiken sehen oft besser aus, als sie tatsächlich sind. Der Grund: Schlecht performende Fonds werden häufig geschlossen oder mit anderen Fonds verschmolzen und verschwinden so aus den Statistiken. Dieses Phänomen nennt man Survivorship Bias. Die tatsächliche Bilanz aktiver Fonds ist also noch schlechter, als die Zahlen vermuten lassen.
Wann aktive Fonds trotzdem sinnvoll sein können
Fairerweise gibt es Nischenbereiche, in denen aktives Management einen Mehrwert bieten kann:
Illiquide Märkte: In Schwellenländern oder bei kleinen Unternehmen (Small Caps), wo Informationen schwerer zugänglich sind, haben aktive Manager möglicherweise einen Informationsvorsprung.
Spezialstrategien: Bestimmte Strategien wie Long/Short, Marktneutral oder Absolute Return sind als ETF schwer abzubilden.
Krisenmanagement: Einige aktive Fonds können in Krisenphasen die Aktienquote reduzieren, was in Crashs Verluste begrenzen kann — allerdings verpassen sie dann oft auch den anschließenden Aufschwung.
Für die breite Masse der Anleger, die langfristig in Standardmärkte investieren, sind kostengünstige ETFs jedoch die überlegene Wahl. Die Daten sprechen hier eine klare Sprache.
So nutzt du unseren Fonds-Sparplanrechner
Unser Rechner macht die Kostenunterschiede zwischen aktiven Fonds und ETFs sichtbar und hilft dir, informierte Entscheidungen zu treffen:
- Monatliche Sparrate eingeben: Der Betrag, den du regelmäßig investieren möchtest.
- Laufzeit wählen: Je länger die Laufzeit, desto dramatischer der Kosteneffekt. Teste verschiedene Zeiträume.
- Rendite festlegen: Die erwartete Marktrendite vor Kosten (6–8 % sind realistisch für Aktienmärkte).
- Ausgabeaufschlag eingeben: Typisch sind 3–5 % bei aktiven Fonds, 0 % bei ETFs.
- TER angeben: Die jährlichen Verwaltungskosten. Vergleiche verschiedene Szenarien (z. B. 0,2 % vs. 1,5 %).
- Ergebnis analysieren: Das Diagramm zeigt dir den Verlust durch Kosten als separate Fläche. So siehst du auf einen Blick, wie viel Geld an Gebühren abfließt.
Nutze den Rechner zweimal: einmal mit typischen ETF-Kosten (0 % Aufschlag, 0,2 % TER) und einmal mit typischen Fondskosten (5 % Aufschlag, 1,5 % TER). Die Differenz wird dich überraschen — besonders bei Laufzeiten über 20 Jahre. Das Ergebnis kannst du als starkes Argument nutzen, wenn dir dein Bankberater wieder einen teuren Fonds empfiehlt.
Ausgabeaufschlag umgehen: Geht das?
Ja, teilweise. Es gibt mehrere Wege, den Ausgabeaufschlag zu reduzieren oder ganz zu vermeiden:
Online-Broker: Viele Online-Broker bieten Fonds ohne oder mit reduziertem Ausgabeaufschlag an. Direktbanken wie ING, DKB oder Consorsbank bieten häufig Rabatte von 50–100 % auf den Ausgabeaufschlag.
Fondsvermittler: Spezialisierte Fondsvermittler wie FondsSuperMarkt oder AVL vermitteln Fonds komplett ohne Ausgabeaufschlag, indem sie auf ihre Provision verzichten.
ETFs statt Fonds: Der einfachste Weg, den Ausgabeaufschlag zu umgehen, ist der Umstieg auf ETFs. Diese haben konstruktionsbedingt keinen Ausgabeaufschlag, da sie über die Börse gehandelt werden.
Der Bankberater-Effekt: Warum dir Fonds empfohlen werden
Ein häufig übersehener Aspekt: Dein Bankberater verdient an ETFs praktisch nichts. Die Provision aus dem Ausgabeaufschlag und die laufende Bestandsprovision aus der TER sind für Banken eine wichtige Einnahmequelle. Das ist kein Vorwurf an einzelne Berater, sondern ein systemisches Problem: Die Anreize sind so gesetzt, dass teurere Produkte empfohlen werden.
Wenn dir bei der nächsten Beratung ein aktiver Fonds angeboten wird, frage nach der Gesamtkostenquote inklusive aller Gebühren und vergleiche sie mit einem passenden ETF. Unser Rechner hilft dir dabei, die Zahlen selbst nachzurechnen.
Bestehende Fonds-Sparpläne: Umschichten oder weiterlaufen lassen?
Wenn du bereits einen teuren Fonds-Sparplan hast, stellt sich die Frage: Sofort umschichten oder weiterlaufen lassen?
Neue Sparraten umleiten: Den bestehenden Sparplan stoppen und die monatliche Rate in einen ETF-Sparplan umleiten ist fast immer sinnvoll. Damit vermeidest du ab sofort den Ausgabeaufschlag und die hohe TER auf neue Einzahlungen.
Bestehende Anteile: Hier wird es komplizierter. Beim Verkauf fallen ggf. Steuern auf Kursgewinne an. Rechne aus, ob die Steuerbelastung niedriger ist als die zukünftigen Kostenersparnisse. Bei langer Restlaufzeit lohnt sich die Umschichtung trotz Steuern meist.
Altbestände vor 2009: Fondsanteile, die vor 2009 gekauft wurden, genießen teilweise Bestandsschutz bei der Besteuerung. Hier lohnt es sich, genau hinzuschauen, bevor man umschichtet.
Nur weil du bereits Ausgabeaufschlag bezahlt hast, ist das kein Grund, an einem teuren Fonds festzuhalten. Der Aufschlag ist bezahlt und unwiederbringlich — er sollte deine zukünftigen Entscheidungen nicht beeinflussen. Entscheidend ist nur, welche Option ab jetzt die bessere Rendite verspricht.
Häufig gestellte Fragen zum Fonds-Sparplan
Die TER (Total Expense Ratio) umfasst die laufenden Kosten des Fonds wie Management-, Verwaltungs- und Depotbankgebühren. Nicht enthalten sind Transaktionskosten (wenn der Fondsmanager innerhalb des Fonds kauft und verkauft), der Ausgabeaufschlag und ggf. performanceabhängige Gebühren. Die tatsächlichen Gesamtkosten eines aktiven Fonds liegen deshalb oft 0,3–0,5 Prozentpunkte über der ausgewiesenen TER. Achte also nicht nur auf die TER, sondern informiere dich über sämtliche Kostenkomponenten.
Es gibt mehrere Gründe: Erstens müssen aktive Fondsmanager zunächst ihre eigenen Kosten „verdienen", bevor sie den Index schlagen können. Bei 1,5 % TER muss der Manager den Markt also um mindestens 1,5 % pro Jahr übertreffen — nur um gleichauf zu liegen. Zweitens sind die Finanzmärkte effizient: Informationen sind schnell eingepreist und systematische Informationsvorsprünge schwer zu erzielen. Drittens spielt der Survivorship Bias eine Rolle — schlecht performende Fonds werden geschlossen und verschwinden aus den Statistiken, was die Erfolgsquote optisch verbessert.
Auch mit reduziertem Ausgabeaufschlag bleibt die laufende TER ein Problem. Der Ausgabeaufschlag ist ein einmaliger Kostenpunkt, die TER fällt dagegen jedes Jahr an. Bei einem Fonds mit 0 % Aufschlag, aber 1,5 % TER verlierst du über 30 Jahre immer noch einen erheblichen Betrag gegenüber einem ETF mit 0,2 % TER. Nutze unseren Rechner mit 0 % Ausgabeaufschlag, aber verschiedenen TER-Werten, um den Unterschied zu sehen.
Der Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt) bedeutet, dass du bei einem regelmäßigen Sparplan automatisch mehr Anteile kaufst, wenn die Kurse niedrig sind, und weniger, wenn sie hoch sind. Dieser Effekt gilt für alle Arten von Sparplänen — sowohl für ETFs als auch für aktive Fonds. Der Unterschied liegt nicht im Effekt selbst, sondern in den Kosten, die bei aktiven Fonds einen größeren Teil deiner Rendite auffressen.
Eine direkte Umwandlung ist nicht möglich. Du müsstest die Fondsanteile verkaufen und das Geld in ETFs reinvestieren. Dabei fallen ggf. Steuern auf Kursgewinne an. Prüfe, ob sich die Umschichtung trotz Steuerbelastung lohnt — bei hohen laufenden Kosten und langer Restlaufzeit ist das meist der Fall. Alternativ kannst du den Fonds behalten, aber neue Sparraten in einen ETF umleiten.
Ja, sogenannte „Clean Share Classes" oder institutionelle Anteilsklassen haben niedrigere Kosten, sind aber oft nur über bestimmte Plattformen zugänglich. Einige Fondsanbieter wie Dimensional Fund Advisors bieten auch Fonds mit aktivem Ansatz und vergleichsweise niedrigen Kosten an. Allerdings sind selbst kostengünstige aktive Fonds in der Regel teurer als vergleichbare ETFs. Die Frage ist immer, ob der aktive Ansatz genug Mehrwert liefert, um die höheren Kosten zu rechtfertigen.
Statistisch gesehen erzielt eine Einmalanlage in etwa zwei Dritteln der Fälle eine höhere Rendite als ein Sparplan, da das Geld länger am Markt arbeitet. Allerdings bietet der Sparplan psychologische Vorteile: Du musst nicht den „richtigen" Einstiegszeitpunkt finden und reduzierst das Risiko eines ungünstigen Timings. Bei aktiven Fonds mit Ausgabeaufschlag wird der Nachteil der Einmalanlage noch verstärkt, da der gesamte Aufschlag sofort fällig wird. In der Praxis ist ein Sparplan für die meisten Anleger die bessere Wahl, weil er diszipliniertes, regelmäßiges Investieren fördert.