Die besten Geldmarkt-ETFs 2026 im Vergleich
Geldmarkt-ETFs als Tagesgeld-Alternative: Rendite nahe am EZB-Leitzins bei täglicher Verfügbarkeit. Kosten, Rendite und Sicherheit im Vergleich.
Geldmarkt-ETFs: Die smarte Alternative zum Tagesgeld
Geldmarkt-ETFs haben sich seit der Zinswende 2022 von einem Nischenprodukt zur ernsthaften Tagesgeld-Alternative entwickelt. Sie investieren in kurzlaufende Geldmarktinstrumente und bilden typischerweise den €STR (Euro Short-Term Rate) nach — den Referenzzinssatz der Europäischen Zentralbank für unbesicherte Übernachtkredite zwischen Banken.
Das Ergebnis: eine tägliche Rendite nahe am EZB-Einlagezins, ohne Zinshopping zwischen Banken, ohne 100.000-€-Einlagensicherungsgrenze und ohne Lock-in-Perioden. Kein Wunder, dass Geldmarkt-ETFs in den letzten drei Jahren Milliardenzuflüsse verzeichnet haben.
~2,5 %
Aktuelle Rendite €STR-ETFs p.a. (Stand Feb 2026)
0,05–0,10 %
TER der günstigsten Geldmarkt-ETFs
20+ Mrd. €
Fondsvolumen der Top-3 Geldmarkt-ETFs zusammen
Wie funktionieren Geldmarkt-ETFs?
Geldmarkt-ETFs bilden typischerweise den €STR (Euro Short-Term Rate) oder den EONIA-Nachfolger ab. Der €STR wird täglich von der EZB berechnet und basiert auf tatsächlichen Transaktionen im Interbankenmarkt. Er liegt etwas unter dem EZB-Einlagezins.
In der Praxis sieht das so aus: Der Kurs deines Geldmarkt-ETFs steigt jeden Handelstag um den anteiligen Tageszins — abzüglich der ETF-Kosten (TER). Die Bewegung ist so minimal, dass der Chart wie eine sanft ansteigende Gerade aussieht. Kurzfristige Schwankungen sind praktisch nicht vorhanden.
Der ETF selbst investiert in Swaps oder ultrakurzlaufende Anleihen, um den €STR nachzubilden. Bei synthetischen Geldmarkt-ETFs (wie dem Xtrackers EUR Overnight Rate) geschieht das über einen Swap mit einer Gegenpartei. Bei physisch replizierenden Varianten hält der Fonds einen Korb aus kurzlaufenden Staatsanleihen und besicherten Geldmarktpapieren.
Die beliebtesten Geldmarkt-ETFs im Vergleich
| ETF | ISIN | TER | Fondsvolumen | Replikation | Rendite (ca.) |
|---|---|---|---|---|---|
| Xtrackers EUR Overnight Rate Swap | LU0290358497 | 0,10 % | ~7 Mrd. € | Synthetisch (Swap) | €STR − 0,10 % |
| Lyxor Smart Overnight Return | LU1190417599 | 0,05 % | ~4 Mrd. € | Synthetisch (Swap) | €STR − 0,05 % |
| iShares EUR Ultrashort Bond | IE00BCRY6557 | 0,09 % | ~4 Mrd. € | Physisch | ~€STR-Niveau |
| Amundi EUR Overnight Return | LU1829219127 | 0,10 % | ~5 Mrd. € | Synthetisch (Swap) | €STR − 0,10 % |
Stand: Februar 2026. Fondsvolumen und Renditen gerundet.
Die Rendite aller Geldmarkt-ETFs liegt nahe am €STR — die Unterschiede ergeben sich fast ausschließlich aus der TER. Der Lyxor Smart Overnight Return mit 0,05 % TER ist aktuell der günstigste am Markt.
Geldmarkt-ETF vs. Tagesgeld vs. Festgeld
Die entscheidende Frage für viele Anleger: Warum sollte man einen Geldmarkt-ETF nutzen, wenn es auch Tagesgeld gibt? Die Antwort liegt in den Details:
| Kriterium | Geldmarkt-ETF | Tagesgeld | Festgeld |
|---|---|---|---|
| Rendite | €STR minus TER (~2,4 %) | 1,5–3,0 % (bankabhängig) | 2,5–3,5 % (laufzeitabhängig) |
| Verfügbarkeit | Börsentäglich (T+1/T+2) | Sofort | Nicht vor Laufzeitende |
| Einlagensicherung | Sondervermögen (kein Limit) | 100.000 € pro Bank | 100.000 € pro Bank |
| Zinsanpassung | Automatisch mit EZB-Zins | Manuell durch Bank | Fest über Laufzeit |
| Aufwand | Einmal kaufen, fertig | Regelmäßig Zinsen vergleichen | Jeweils neu abschließen |
| Besteuerung | Vorabpauschale, keine Teilfreistellung | Abgeltungssteuer auf Zinsen | Abgeltungssteuer auf Zinsen |
Wann der Geldmarkt-ETF besser ist als Tagesgeld
Bei größeren Beträgen: Die Einlagensicherung deckt nur 100.000 € pro Bank und Anleger. Wer 200.000 € oder mehr parken will, müsste auf mehrere Banken verteilen. Ein Geldmarkt-ETF ist als Sondervermögen ohne Obergrenze geschützt — unabhängig von der Summe.
Gegen Zinshopping: Viele Banken locken mit Neukundenzinsen, die nach 3–6 Monaten deutlich sinken. Dann beginnt das Wechselspiel von vorn. Ein Geldmarkt-ETF passt sich automatisch dem aktuellen Marktzins an — ohne dass du aktiv werden musst.
Für institutionelle Beträge: Ab sechsstelligen Summen sind Geldmarkt-ETFs fast alternativlos, weil die Einlagensicherung nicht mehr greift.
Wann Tagesgeld besser ist
Bei kleinen Beträgen unter 100.000 €, wenn eine Bank gerade einen überdurchschnittlichen Aktionszins zahlt. Manche Banken bieten für Neukunden Zinsen über dem €STR-Niveau — das schlägt dann kurzfristig den Geldmarkt-ETF. Langfristig gleicht sich das aber oft aus, wenn der Aktionszins ausläuft.
Für absolute Sicherheit: Geldmarkt-ETFs haben ein minimales, aber vorhandenes Kursrisiko. In Extremszenarien (z. B. plötzliche Zinserhöhung um mehrere Prozentpunkte an einem Tag) könnte der Kurs kurzfristig minimal schwanken. In der Praxis ist das bei €STR-ETFs nahezu irrelevant.
Notgroschen-Parkplatz: Dein Notgroschen (3–6 Monatsausgaben) bleibt verfügbar und wird zum Marktzins verzinst. Verkauf über die Börse, Gutschrift in 1–2 Werktagen.
Warteposition: Du planst eine größere Investition (Immobilie, Einmalanlage in ETFs) und willst das Geld in der Zwischenzeit nicht unverzinst auf dem Girokonto liegen lassen.
Risikoarmer Portfolioanteil: Als Ersatz für den Tagesgeldanteil im Portfolio — besonders bei Summen über 100.000 €.
Einlagensicherung vs. Sondervermögen — der entscheidende Unterschied
Tagesgeld und Festgeld sind durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Bank und Anleger geschützt. Bei einer Bankpleite erstattet der Sicherungsfonds den Betrag. Darüber hinaus besteht ein echtes Verlustrisiko — das hat die Zypern-Krise 2013 gezeigt, als Einlagen über 100.000 € teilweise herangezogen wurden.
Geldmarkt-ETFs funktionieren anders: Sie sind Sondervermögen. Das Fondsvermögen wird von einer Depotbank getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft verwahrt. Geht die Fondsgesellschaft pleite, gehören die Anteile weiterhin den Anlegern. Es gibt keine betragsmäßige Obergrenze für diesen Schutz.
Bei synthetischen Geldmarkt-ETFs (Swap-basiert) besteht ein theoretisches Kontrahentenrisiko — begrenzt auf maximal 10 % des Fondsvermögens durch UCITS-Regulierung. In der Praxis wird dieses Risiko durch tägliche Besicherung (Collateral) weiter minimiert.
Steuerliche Behandlung von Geldmarkt-ETFs
Wichtig zu wissen: Geldmarkt-ETFs erhalten keine Teilfreistellung. Die Teilfreistellung von 30 % gilt nur für ETFs mit mindestens 51 % Aktienanteil. Geldmarkt-ETFs werden daher wie Zinsanlagen voll besteuert — Abgeltungssteuer (~26,4 %) auf den gesamten Ertrag.
Bei thesaurierenden Geldmarkt-ETFs wird jährlich die Vorabpauschale fällig. Dein Broker berechnet diese automatisch und bucht die Steuer vom Verrechnungskonto ab. Stelle sicher, dass dein Freistellungsauftrag eingerichtet ist — sonst zahlst du auf die ersten 1.000 € (bzw. 2.000 € für Paare) unnötig Steuern.
Im Vergleich zum Tagesgeld gibt es steuerlich keinen Vor- oder Nachteil — beide werden als Kapitalerträge besteuert. Die fehlende Teilfreistellung macht Geldmarkt-ETFs steuerlich aber etwas unattraktiver als Aktien-ETFs.
Was passiert, wenn die EZB den Zins senkt?
Geldmarkt-ETFs passen sich automatisch an das aktuelle Zinsniveau an. Senkt die EZB den Leitzins, sinkt auch die Rendite deines Geldmarkt-ETFs — typischerweise innerhalb weniger Tage. Das ist der Nachteil gegenüber Festgeld, wo der Zins über die gesamte Laufzeit fixiert ist.
Konkretes Szenario: Liegt der €STR bei 2,5 % und die EZB senkt in drei Schritten auf 1,5 %, fällt auch die ETF-Rendite auf rund 1,4 % (nach TER). In einem Festgeld mit 3,0 % über 12 Monate hättest du den höheren Zins gesichert.
Unsere Einschätzung: In Phasen sinkender Zinsen kann es sinnvoll sein, einen Teil des Geldes in Festgeld mit Zinsbindung zu stecken und den Rest flexibel im Geldmarkt-ETF zu belassen. So sicherst du dir den höheren Zins für einen Teil, behältst aber die Flexibilität für den anderen.
Wenn Zinssenkungen erwartet werden, reagiert ein Geldmarkt-ETF sofort — die Rendite sinkt mit. Festgeld sichert dagegen den aktuellen Zins über die Laufzeit. Beobachte die EZB-Kommunikation und überlege, ob eine Aufteilung sinnvoll ist. Unseren Festgeld-Vergleich findest du hier.
Häufig gestellte Fragen zu Geldmarkt-ETFs
Ja, im Rahmen des Sondervermögens-Schutzes. Dein Geld wird getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft verwahrt und gehört dir auch bei einer Insolvenz des Anbieters. Die Einlagensicherungsgrenze von 100.000 € greift hier nicht — weil sie nicht nötig ist. Das Kursrisiko ist minimal: Der Kurs eines €STR-ETFs schwankt praktisch nicht. Lediglich bei extremen Zinssprüngen kann es zu minimalen, kurzfristigen Abweichungen kommen.
Geldmarkt-ETFs werden an der Börse gehandelt, du kannst sie jederzeit während der Handelszeiten verkaufen. Die Gutschrift auf dem Verrechnungskonto erfolgt in der Regel am nächsten oder übernächsten Werktag (T+1 oder T+2). Das ist nicht ganz so schnell wie Tagesgeld (sofort verfügbar), aber für die allermeisten Zwecke ausreichend.
Kommt auf die Situation an. Geldmarkt-ETFs bieten Flexibilität und automatische Zinsanpassung — ideal als Parkposition oder Notgroschen. Festgeld bietet einen fixen Zins über eine feste Laufzeit — ideal, wenn du das Geld sicher nicht brauchst und die aktuellen Zinsen attraktiv findest. In der Praxis ist eine Kombination oft am sinnvollsten: Flexibles Geld im Geldmarkt-ETF, planbares Geld im Festgeld.
Dann sinkt auch die Rendite deines Geldmarkt-ETFs auf nahe 0 % — abzüglich der TER sogar leicht negativ. Das war zwischen 2016 und 2022 tatsächlich der Fall: Der €STR lag bei rund −0,50 %, und Geldmarkt-ETFs hatten eine negative Rendite. In einem solchen Szenario wäre Tagesgeld (oft mit 0,00 % Mindestzins) oder eine kurzlaufende Bundesanleihe die bessere Wahl.
Die Unterschiede sind minimal und hängen fast ausschließlich von der TER ab. Der Lyxor Smart Overnight Return (0,05 % TER) ist aktuell der günstigste. Der Xtrackers EUR Overnight Rate hat das größte Fondsvolumen und die längste Track-Record. Beide funktionieren hervorragend. Bei identischer Methode (€STR-Tracking) ist der günstigste ETF in der Regel die beste Wahl.
Quellen
- EZB: Euro Short-Term Rate (€STR) — Methodik und aktuelle Daten
- Deutsche Bundesbank: Einlagensicherung — Regelungen und Grenzen
- BaFin: UCITS-Regulierung — Sondervermögen und Kontrahentenrisiko bei Swap-basierten ETFs
- Xtrackers: EUR Overnight Rate Swap ETF — Fondsprospekt und Factsheet
- Lyxor/Amundi: Smart Overnight Return — Factsheet und Kosteninformationen