Die besten Immobilien-ETFs 2026 im Vergleich
Immobilien-ETFs und REIT-ETFs vergleichen: In Gewerbe- und Wohnimmobilien weltweit investieren. Dividendenrendite, Kosten und Performance auf einen Blick.
Immobilien-ETFs: Weltweit in Immobilien investieren — ohne Eigenheim
Immobilien gelten seit Generationen als solide Geldanlage. Aber eine eigene Immobilie zu kaufen bedeutet Klumpenrisiko, hohe Einstiegskosten und fehlende Flexibilität. Immobilien-ETFs bieten eine Alternative: Sie investieren in börsennotierte Immobiliengesellschaften und REITs (Real Estate Investment Trusts) weltweit und ermöglichen Immobilien-Exposure ab wenigen Euro — täglich handelbar, breit diversifiziert und ohne Grunderwerbsteuer.
Allerdings verhalten sich Immobilien-ETFs anders als physische Immobilien. Sie korrelieren stärker mit dem Aktienmarkt, reagieren empfindlich auf Zinsänderungen und bieten keinen direkten Inflationsschutz wie ein eigenes Haus. Wer Immobilien-ETFs richtig einsetzen will, muss diese Unterschiede verstehen.
3,5–4,5 %
Durchschnittliche Dividendenrendite globaler REIT-ETFs
−30 bis −40 %
Drawdown vieler Immobilien-ETFs im Zinsanstieg 2022
300+
REITs und Immobiliengesellschaften im FTSE EPRA/NAREIT Developed
Wie funktionieren Immobilien-ETFs?
Im Gegensatz zu offenen Immobilienfonds investieren Immobilien-ETFs nicht direkt in Gebäude, sondern in Aktien von Immobilienunternehmen und REITs. Ein REIT (Real Estate Investment Trust) ist eine Gesellschaft, die Immobilien besitzt, verwaltet und vermietet — und gesetzlich verpflichtet ist, einen Großteil ihrer Gewinne (in den USA mindestens 90 %) als Dividende auszuschütten.
Dadurch bieten REIT-ETFs überdurchschnittlich hohe Dividendenrenditen — typischerweise 3,5–4,5 % pro Jahr. Das macht sie besonders attraktiv für Anleger, die auf laufende Erträge setzen.
Wichtig zu verstehen: Du kaufst Aktien von Immobilienunternehmen, nicht die Immobilien selbst. Der Kurs deines ETFs wird durch Angebot und Nachfrage an der Börse bestimmt — nicht durch Gutachter-Bewertungen wie bei offenen Immobilienfonds. Das macht Immobilien-ETFs transparenter, aber auch volatiler.
Die wichtigsten Immobilien-Indizes
FTSE EPRA/NAREIT Developed
Der umfassendste globale Immobilienindex für Industrieländer. Enthält über 300 REITs und Immobiliengesellschaften aus den USA, Europa, Japan, Australien und weiteren Märkten. Die USA dominieren mit rund 60 % Gewichtung — was die Größe und Reife des US-REIT-Marktes widerspiegelt.
FTSE EPRA/NAREIT Global
Wie der Developed, aber inklusive Schwellenländer. Zusätzliche Märkte wie China, Indien und Mexiko. Der Schwellenländeranteil ist allerdings gering (~5 %).
FTSE EPRA/NAREIT Eurozone
Fokus auf europäische Immobilienmärkte — Büro, Einzelhandel, Wohn- und Logistikimmobilien in der Eurozone. Geringere Diversifikation als der globale Index, aber kein Währungsrisiko für Euro-Anleger.
Konkrete Immobilien-ETFs im Vergleich
| ETF | ISIN | Index | TER | Fondsvolumen | Dividendenrendite (ca.) |
|---|---|---|---|---|---|
| iShares Developed Markets Property Yield | IE00B1FZS350 | FTSE EPRA/NAREIT Developed Dividend+ | 0,59 % | ~3 Mrd. € | ~4,0 % |
| Xtrackers FTSE Developed Europe Real Estate | LU0489337690 | FTSE EPRA/NAREIT Developed Europe | 0,33 % | ~500 Mio. € | ~3,5 % |
| SPDR Dow Jones Global Real Estate | IE00B8GF1M35 | Dow Jones Global Select RESI | 0,40 % | ~300 Mio. € | ~3,5 % |
| VanEck Global Real Estate | NL0009690239 | GPR Global 100 | 0,25 % | ~400 Mio. € | ~4,0 % |
| Amundi FTSE EPRA/NAREIT Global | LU1437018838 | FTSE EPRA/NAREIT Global | 0,24 % | ~400 Mio. € | ~3,5 % |
Stand: Februar 2026. Fondsvolumen und Dividendenrenditen gerundet.
Die Kostenspanne ist breiter als bei klassischen Aktien-ETFs — der iShares Developed Markets Property Yield mit 0,59 % TER ist für ETF-Verhältnisse teuer. Der Amundi mit 0,24 % TER ist die günstigste globale Alternative.
Sektoranalyse: Was steckt in einem Immobilien-ETF?
Immobilien-ETFs sind keine homogene Masse. Die enthaltenen REITs und Immobiliengesellschaften decken sehr unterschiedliche Sektoren ab, die sich fundamental anders entwickeln:
Büroimmobilien
Traditionell ein Kernbereich von REITs. Seit der Corona-Pandemie und dem Homeoffice-Trend stehen Büroimmobilien unter Druck — Leerstandsraten in vielen Großstädten sind gestiegen. Der Sektor ist im Umbruch: Moderne, flexible Büroflächen in Top-Lagen sind weiterhin gefragt, ältere Objekte in B-Lagen verlieren an Wert.
Rechenzentren (Data Centers)
Der am stärksten wachsende Immobiliensektor. Die Nachfrage nach Rechenkapazität explodiert durch Cloud Computing, KI und Digitalisierung. Data-Center-REITs wie Equinix oder Digital Realty haben in den letzten Jahren überdurchschnittliche Renditen geliefert. Mittlerweile machen Data Centers einen signifikanten Anteil in globalen REIT-Indizes aus.
Logistik und Industrie
Profitiert massiv vom E-Commerce-Boom. Lagerhäuser und Distributionszentren in der Nähe von Ballungsräumen sind stark nachgefragt. Prologis, der weltweit größte Logistik-REIT, ist ein Schwergewicht in vielen REIT-Indizes.
Wohnimmobilien
Residential REITs vermieten Wohnungen und profitieren von steigenden Mieten in Ballungsräumen. In den USA ist der Sektor ausgereift, in Europa gibt es weniger börsennotierte Wohn-REITs. Deutsche Wohnungskonzerne wie Vonovia oder LEG sind in europäischen REIT-Indizes prominent vertreten.
Einzelhandel
Der unter dem stärksten Strukturwandel stehende Sektor. Shopping-Center-REITs haben durch E-Commerce dauerhaft Nachfrage verloren. Einzelhandelsflächen in Top-Innenstadtlagen und Lebensmittel-Anker-Standorte bleiben stabil, aber der Sektor ist insgesamt rückläufig.
Healthcare
Seniorenheime, Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen. Ein defensiver Sektor mit stabiler Nachfrage, der demografisch vom Altern der Bevölkerung profitiert. In den USA gut über REITs investierbar, in Europa weniger.
Immobilien-ETF vs. Offene Immobilienfonds vs. Eigenheim
| Kriterium | Immobilien-ETF | Offener Immobilienfonds | Eigene Immobilie |
|---|---|---|---|
| Mindestinvestition | Ab ~1 € | Ab ~50 € | 50.000–100.000 € (Eigenkapital) |
| Diversifikation | Hunderte Objekte weltweit | 50–150 Objekte | Ein einziges Objekt |
| Liquidität | Börsentäglich | Kündigungsfrist 12 Monate | Monate bis Jahre |
| Volatilität | Hoch (börsengehandelt) | Niedrig (Gutachterbewertung) | Nicht sichtbar |
| Kosten | 0,24–0,59 % TER | 0,5–1,0 % + Ausgabeaufschlag | Grunderwerbsteuer, Notar, Makler, Instandhaltung |
| Dividenden | 3,5–4,5 % | 2–3 % | Mieteinnahmen (brutto) |
| Inflationsschutz | Begrenzt | Begrenzt | Stärker (Sachwert + Mietanpassung) |
| Klumpenrisiko | Minimal | Gering | Maximal (eine Stadt, ein Objekt) |
Unsere Einschätzung: Immobilien-ETFs und eigene Immobilien sind keine Substitute — sie erfüllen unterschiedliche Funktionen. Wer bereits ein Eigenheim besitzt, hat ohnehin ein erhebliches Immobilien-Exposure und braucht nicht unbedingt zusätzlich einen Immobilien-ETF. Wer kein Eigenheim hat oder diversifizieren will, kann mit einem Immobilien-ETF unkompliziert in den globalen Immobilienmarkt investieren.
Der Zinseffekt: Warum Immobilien-ETFs 2022 einbrachen
Immobilienaktien und REITs reagieren empfindlich auf steigende Zinsen — aus zwei Gründen:
-
Finanzierungskosten: Immobilienunternehmen arbeiten typischerweise mit hohem Fremdkapitalanteil. Steigende Zinsen verteuern die Finanzierung und drücken die Gewinne.
-
Diskontierung: Höhere Zinsen bedeuten, dass zukünftige Mieteinnahmen mit einem höheren Satz abgezinst werden — der Barwert der Immobilien sinkt.
Im Zinsanstieg 2022 verloren viele globale Immobilien-ETFs 30–40 % — deutlich mehr als der breite Aktienmarkt. In Deutschland fiel Vonovia von über 50 € auf unter 18 €. Mittlerweile haben sich die Kurse teilweise erholt, aber der Zinsanstieg hat die Branche nachhaltig verändert.
Immobilien-ETFs sind dann am attraktivsten, wenn das Zinsniveau stabil ist oder fällt. Fallende Zinsen verbilligen die Finanzierung für Immobilienunternehmen und erhöhen den Barwert ihrer Portfolios — beides treibt die Kurse. Nach dem Zinsanstieg 2022/2023 und den ersten Zinssenkungen der EZB ab 2024 befinden sich Immobilien-ETFs in einem Erholungsmodus. Ob diese Erholung weitergeht, hängt vom Zinspfad der EZB ab.
Steuerliche Behandlung
Immobilien-ETFs profitieren von einer günstigen Teilfreistellung: Weil sie überwiegend in Immobilienaktien investieren, greift die 60 % Teilfreistellung — nur 40 % der Erträge (Kursgewinne und Dividenden) werden besteuert. Das ist sogar mehr als bei normalen Aktien-ETFs (30 % Teilfreistellung).
Voraussetzung: Der ETF muss laut Anlagebestimmungen fortlaufend mehr als 50 % seines Vermögens in Immobilien oder Immobiliengesellschaften investieren. Die meisten REIT-ETFs erfüllen dieses Kriterium.
Konkret: Bei 1.000 € Gewinn mit einem Immobilien-ETF zahlst du nur auf 400 € Abgeltungssteuer — effektiv also rund 10,6 % statt 26,4 %. Das macht Immobilien-ETFs steuerlich attraktiver als reine Aktien-ETFs.
Sinnvoller Portfolioanteil
Immobilien-ETFs können als Beimischung von 5–15 % des Aktienanteils sinnvoll sein. Sie bieten zusätzliche Sektordiversifikation und überdurchschnittliche Dividendenrenditen.
Allerdings: Immobilienaktien sind bereits in breiten Welt-ETFs wie dem MSCI World oder FTSE All-World enthalten — dort machen sie etwa 2–3 % aus. Eine separate Beimischung übergewichtet den Sektor also gezielt. Das kann sinnvoll sein, wenn du auf hohe Dividenden setzt oder die Erholung des Immobiliensektors nach dem Zinsanstieg spielen willst.
- +Überdurchschnittliche Dividendenrendite (3,5–4,5 % p.a.)
- +Globale Diversifikation über Hunderte Immobilienobjekte
- +Tägliche Handelbarkeit an der Börse
- +60 % Teilfreistellung — steuerlich günstiger als Aktien-ETFs
- +Zugang zu Wachstumssektoren (Data Centers, Logistik)
- +Kein Klumpenrisiko wie bei einer einzelnen Immobilie
- −Hohe Zinssensitivität — Kursverluste bei steigenden Zinsen
- −Stärkere Korrelation mit dem Aktienmarkt als direkte Immobilien
- −Kein direkter Inflationsschutz wie bei physischen Immobilien
- −Höhere TER als bei breiten Aktien-ETFs (0,24–0,59 %)
- −Büro- und Einzelhandelssektor im Strukturwandel
- −ETPs auf einzelne Immobilienaktien können hohe Konzentrationsrisiken haben
Häufig gestellte Fragen zu Immobilien-ETFs
Nein, sie erfüllen unterschiedliche Funktionen. Eine eigene Immobilie bietet direkten Nutzen (Wohnen), Sachwertschutz und Mietfreiheit im Alter — aber auch Klumpenrisiko, Illiquidität und hohe Nebenkosten. Ein Immobilien-ETF bietet Diversifikation, Liquidität und professionelles Management — aber kein Dach über dem Kopf. Beide können im Portfolio koexistieren, sind aber keine Substitute.
Weil die EZB und Fed die Zinsen aggressiv angehoben haben. Immobilienunternehmen arbeiten mit hohem Fremdkapitalanteil — steigende Zinsen verteuern die Finanzierung massiv. Gleichzeitig sinkt der Barwert zukünftiger Mieteinnahmen bei höheren Zinsen. Vonovia fiel von über 50 € auf unter 18 €, globale REIT-ETFs verloren 30–40 %. Das zeigt: Immobilien-ETFs sind keine defensiven Anlagen, sondern zinssensitive Aktieninvestments.
5–15 % des Aktienanteils sind eine gängige Empfehlung. Bedenke, dass Immobilienaktien bereits in breiten Welt-ETFs enthalten sind (2–3 % im MSCI World). Wer ein Eigenheim besitzt, hat bereits ein erhebliches Immobilien-Exposure und sollte die Beimischung eher gering halten. Wer kein Eigenheim hat und von Dividenden profitieren will, kann den Anteil höher wählen.
Dividenden aus Immobilien-ETFs profitieren von der 60 % Teilfreistellung — nur 40 % der Dividenden werden tatsächlich besteuert. Effektiv zahlst du also rund 10,6 % statt 26,4 % Abgeltungssteuer. Das gilt für Immobilien-ETFs, die laut Anlagebestimmungen fortlaufend über 50 % in Immobilien investieren. Prüfe im Factsheet des ETFs, ob die 60 % Teilfreistellung angewendet wird.
Europäische REIT-ETFs bieten den Vorteil, kein Währungsrisiko (EUR-basiert) zu tragen. Allerdings ist der europäische REIT-Markt kleiner und weniger diversifiziert als der US-Markt. Große europäische Positionen wie Vonovia oder Unibail-Rodamco-Westfield haben in den letzten Jahren unterdurchschnittlich performt. Ein globaler REIT-ETF bietet mehr Diversifikation — insbesondere Zugang zu US-Wachstumssektoren wie Data Centers und Logistik, die in Europa weniger verfügbar sind.
Quellen
- FTSE Russell: EPRA/NAREIT Index-Familie — Methodik und Zusammensetzung
- NAREIT: REITs at a Glance — Ausschüttungspflichten und steuerliche Struktur von REITs
- iShares: Developed Markets Property Yield ETF — Factsheet und Sektoraufteilung
- EZB: Leitzinsentwicklung — Einfluss auf Immobilienmärkte
- InvStG §20: Teilfreistellung für Immobilienfonds und Immobilien-ETFs