Die besten Aktien-ETFs 2026 im Vergleich
Aktien-ETFs vergleichen: Finde die besten ETFs auf MSCI World, S&P 500, FTSE All-World und mehr. Kosten, Performance und Sparplan-Verfügbarkeit auf einen Blick.
Aktien-ETFs: Das Rückgrat jedes langfristigen Portfolios
Aktien-ETFs sind mit Abstand die beliebteste ETF-Kategorie — und das aus gutem Grund. Sie bilden Aktienindizes wie den MSCI World, S&P 500 oder FTSE All-World nach und ermöglichen es, mit einem einzigen Produkt in Hunderte oder Tausende Unternehmen weltweit zu investieren. Kein Stock-Picking, kein Fondsmanager, keine hohen Gebühren.
Historisch haben breit gestreute Aktien-ETFs eine der höchsten Renditen aller Anlageklassen geliefert — bei gleichzeitig maximaler Diversifikation.
~8 % p.a.
Durchschnittliche Rendite MSCI World seit 1970 (inkl. Dividenden)
1.400+
Unternehmen im MSCI World aus 23 Industrieländern
0,10–0,20 %
TER der günstigsten Welt-ETFs pro Jahr
Die wichtigsten Aktienindizes im Vergleich
Nicht jeder Welt-ETF ist gleich aufgebaut. Die Wahl des Index bestimmt, wie breit du tatsächlich streust und welche Märkte du abdeckst:
MSCI World
Der Klassiker unter den Weltindizes. Rund 1.400 Unternehmen aus 23 Industrieländern — von den USA über Japan und Großbritannien bis zur Schweiz. Der MSCI World deckt etwa 85 % der Marktkapitalisierung der Industrieländer ab. Schwellenländer sind nicht enthalten. Der US-Anteil liegt bei rund 70 %, was die tatsächliche Gewichtung der US-Wirtschaft in der globalen Marktkapitalisierung widerspiegelt.
FTSE All-World
Breiter als der MSCI World: Über 4.000 Aktien aus Industrie- und Schwellenländern in einem einzigen Index. Enthält also auch China, Indien, Brasilien, Taiwan und weitere Emerging Markets. Der Schwellenländeranteil liegt bei rund 10–12 %. Wer mit einem einzigen ETF die komplette Weltwirtschaft abbilden will, ist hier richtig.
MSCI ACWI IMI
Der breiteste verfügbare Weltindex: Rund 9.000 Aktien aus 23 Industrie- und 24 Schwellenländern — inklusive Small Caps. „IMI" steht für „Investable Market Index" und deckt rund 99 % der investierbaren globalen Marktkapitalisierung ab. Der SPDR MSCI ACWI IMI ETF bildet diesen Index mit optimiertem Sampling nach.
S&P 500
Die 500 größten börsennotierten US-Unternehmen. Historisch eine der renditestärksten Anlagen überhaupt — der S&P 500 hat über die letzten 30 Jahre den MSCI World leicht übertroffen, was am stärkeren Gewicht von US-Tech-Werten liegt. Allerdings: Wer nur in den S&P 500 investiert, setzt ausschließlich auf die USA. Das kann gut gehen — muss aber nicht.
Konkrete ETFs im Vergleich
| ETF | ISIN | Index | TER | Fondsvolumen | Replikation | Erträge |
|---|---|---|---|---|---|---|
| iShares Core MSCI World | IE00B4L5Y983 | MSCI World | 0,20 % | ~70 Mrd. € | Physisch (Sampling) | Thesaurierend |
| Vanguard FTSE All-World (Acc) | IE00BK5BQT80 | FTSE All-World | 0,22 % | ~15 Mrd. € | Physisch (Sampling) | Thesaurierend |
| SPDR MSCI ACWI IMI | IE00B3YLTY66 | MSCI ACWI IMI | 0,17 % | ~1,5 Mrd. € | Physisch (Sampling) | Thesaurierend |
| iShares Core S&P 500 | IE00B5BMR087 | S&P 500 | 0,07 % | ~85 Mrd. € | Physisch (Vollreplikation) | Thesaurierend |
| Xtrackers MSCI World | IE00BJ0KDQ92 | MSCI World | 0,19 % | ~12 Mrd. € | Physisch (Sampling) | Thesaurierend |
| Vanguard FTSE Developed World | IE00BK5BQV03 | FTSE Developed World | 0,12 % | ~3 Mrd. € | Physisch (Sampling) | Thesaurierend |
Stand: Februar 2026. Fondsvolumen gerundet.
Die Renditeunterschiede zwischen ETFs auf denselben Index sind in der Regel minimal. Entscheidender als die TER-Differenz von 0,02–0,05 Prozentpunkten ist, dass du überhaupt investierst und langfristig dabeibleibst.
Regionale Strategien: Welt, USA, Europa oder Schwellenländer?
Nur Welt-ETF (1-ETF-Strategie)
Die einfachste und für die meisten Anleger ausreichende Lösung. Ein FTSE All-World oder MSCI ACWI IMI deckt praktisch den gesamten investierbaren Aktienmarkt ab. Kein Rebalancing nötig, keine Entscheidung über Gewichtungen. Der Markt entscheidet.
Welt + Schwellenländer (2-ETF-Strategie)
Wer den MSCI World nutzt, kann Schwellenländer separat beimischen — typischerweise mit 70 % MSCI World und 30 % MSCI Emerging Markets (die sogenannte „70/30-Strategie"). Vorteil: Du kannst die Schwellenländer-Gewichtung selbst steuern. Nachteil: Du musst regelmäßig rebalancen.
Unsere Einschätzung: Ein FTSE All-World löst das eleganter in einem Produkt. Die 70/30-Aufteilung übergewichtet Schwellenländer gegenüber ihrer tatsächlichen Marktkapitalisierung — das kann sich auszahlen, muss es aber nicht.
Nur USA (S&P 500)
Die USA machen rund 60–70 % der globalen Marktkapitalisierung aus. Ein S&P 500-ETF ist der günstigste Weg, in die größten und profitabelsten Unternehmen der Welt zu investieren. Aber: Du verzichtest komplett auf Europa, Japan und Schwellenländer. Historisch war das in den letzten 15 Jahren die beste Strategie — ob das so bleibt, weiß niemand.
Europa und Deutschland
ETFs auf den EURO STOXX 50 oder DAX bieten Zugang zu europäischen Blue Chips. In der Praxis haben die meisten deutschen Anleger aber ohnehin ein starkes Europa-Exposure über Gehalt, Immobilien und Rentenansprüche — der sogenannte Home Bias. Wer sein Portfolio wirklich diversifizieren will, sollte eher global investieren, statt den Heimatmarkt zu übergewichten.
Faktor-ETFs: Wissenschaftlich fundiert, aber kein Selbstläufer
Neben den klassischen Marktbreite-ETFs gibt es sogenannte Faktor-ETFs, die bestimmte Renditefaktoren gezielt übergewichten:
- Value: Unterbewertete Unternehmen mit niedrigem Kurs-Buchwert-Verhältnis
- Momentum: Aktien mit starker jüngster Kursentwicklung
- Quality: Unternehmen mit stabilen Gewinnen, niedriger Verschuldung und hoher Profitabilität
- Small Cap: Kleine Unternehmen, die historisch eine Risikoprämie geliefert haben
- Minimum Volatility: Aktien mit geringeren Schwankungen
Die akademische Evidenz für diese Faktoren ist solide — die Fama-French-Forschung hat gezeigt, dass Value und Small Cap langfristig eine Überrendite liefern können. In der Praxis sind Faktor-Prämien aber nicht in jedem Zeitraum präsent: Value-ETFs haben zwischen 2010 und 2020 deutlich schlechter abgeschnitten als der breite Markt. Erst ab 2021 kam das Comeback.
Unsere Einschätzung: Faktor-ETFs sind kein Muss und nichts für Einsteiger. Wer sich damit beschäftigen will, sollte einen langen Zeithorizont mitbringen und verstehen, dass Faktorprämien über Jahre hinweg ausbleiben können.
Ein einziger breit gestreuter Welt-ETF — ob MSCI World, FTSE All-World oder MSCI ACWI IMI — ist für die allermeisten Anleger die optimale Lösung. Einfach, günstig, maximal diversifiziert. Die Unterschiede zwischen diesen drei Indizes sind in der Praxis gering. Wähle einen, richte einen Sparplan ein und konzentriere dich auf das, was wirklich zählt: regelmäßig investieren und langfristig dabeibleiben.
- +Höchste historische Rendite aller liquiden Anlageklassen (~7–8 % p.a.)
- +Maximale Diversifikation mit einem einzigen Produkt
- +Extrem niedrige Kosten (ab 0,07 % TER)
- +Tägliche Handelbarkeit an der Börse
- +Automatisierbar per Sparplan ab 1 € monatlich
- +Sondervermögen — insolvenzgeschützt
- −Hohe kurzfristige Volatilität (Drawdowns von 30–50 % möglich)
- −Mindest-Anlagehorizont von 10–15 Jahren empfohlen
- −US-Übergewichtung bei marktkapitalisierungsgewichteten Indizes
- −Keine laufenden Erträge bei thesaurierenden Varianten
- −Emotionale Belastung in Crash-Phasen nicht zu unterschätzen
Kosten und Rendite: Was bleibt am Ende übrig?
Die günstigsten Aktien-ETFs auf den MSCI World kosten 0,10–0,20 % TER pro Jahr. Bei 100.000 € investiertem Kapital sind das 100–200 € jährlich. Ein aktiv gemanagter Fonds auf denselben Markt kostet typischerweise 1.500–2.000 € — für eine Leistung, die in 94 % der Fälle schlechter ist (Quelle: SPIVA Europe Scorecard, S&P Global, Mid-Year 2025).
Historisch haben globale Aktien-ETFs eine durchschnittliche Rendite von etwa 7–8 % pro Jahr erzielt — vor Inflation und nach Kosten. Das ist der nominale Durchschnitt über sehr lange Zeiträume (30+ Jahre). Einzelne Dekaden können stark abweichen: Die 2010er waren überdurchschnittlich (getrieben von US-Tech), die 2000er unterdurchschnittlich (Dotcom-Blase, Finanzkrise).
Wer 200 € monatlich über 30 Jahre in einen Welt-ETF investiert, kann bei 7 % Rendite mit rund 243.000 € rechnen — bei nur 72.000 € eigener Einzahlung. Den genauen Betrag für deine Situation kannst du mit unserem ETF-Sparplanrechner berechnen.
Für wen eignen sich Aktien-ETFs?
Aktien-ETFs sind die richtige Wahl für Anleger mit einem Anlagehorizont von mindestens 10–15 Jahren. Kurzfristige Schwankungen von 30–50 % sind nicht nur möglich, sondern historisch gesehen normal — der MSCI World hat seit 1970 etwa alle 8–10 Jahre einen größeren Einbruch erlebt.
Entscheidend ist die Fähigkeit, diese Phasen auszusitzen. Wer im Corona-Crash im März 2020 bei −34 % verkauft hat, hat die anschließende Erholung von über +70 % verpasst. Ein automatischer Sparplan hilft, weil er emotionale Entscheidungen ausschaltet.
Geld, das in den nächsten 5 Jahren gebraucht wird, gehört nicht in Aktien-ETFs. Dafür eignen sich Geldmarkt-ETFs, Tagesgeld oder Festgeld.
Häufig gestellte Fragen zu Aktien-ETFs
Beide sind hervorragende Optionen. Der MSCI World enthält nur Industrieländer (~1.400 Aktien), der FTSE All-World zusätzlich Schwellenländer (~4.000 Aktien). Die Renditeunterschiede waren historisch gering, da Schwellenländer nur 10–12 % des All-World ausmachen. Wenn du alles in einem Produkt willst, nimm den FTSE All-World. Wenn dir Industrieländer reichen oder du Schwellenländer separat steuern willst, nimm den MSCI World. Falsch machen kannst du mit keinem der beiden etwas.
Du kannst, musst aber nicht. Schwellenländer bieten zusätzliche Diversifikation und Zugang zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften (China, Indien, Indonesien). Allerdings kommen sie auch mit höherem politischen Risiko und stärkerer Volatilität. Wer den FTSE All-World oder MSCI ACWI nutzt, hat Schwellenländer bereits enthalten. Eine separate Beimischung ist nur nötig, wenn du deren Gewichtung bewusst erhöhen willst.
Small Caps (Unternehmen mit kleiner Marktkapitalisierung) haben historisch eine leichte Überrendite gegenüber Large Caps erzielt — die sogenannte Size-Prämie. Der MSCI ACWI IMI enthält Small Caps bereits. Alternativ gibt es dedizierte Small-Cap-ETFs wie den iShares MSCI World Small Cap (IE00BF4RFH31, TER 0,35 %). Für die meisten Anleger sind Small Caps aber kein Muss, sondern eine optionale Ergänzung.
ESG-ETFs (Environmental, Social, Governance) filtern Unternehmen nach Nachhaltigkeitskriterien. Die Renditeunterschiede zu konventionellen ETFs waren in den letzten Jahren gering — mal leicht besser, mal leicht schlechter. Problematisch ist die fehlende Standardisierung: Jeder Anbieter definiert ESG anders. Ein „nachhaltiger" ETF kann durchaus Ölkonzerne enthalten, wenn diese bestimmte Governance-Kriterien erfüllen. Wer ESG will, sollte genau hinschauen, welche Ausschlusskriterien der jeweilige Index anwendet.
Ja. Viele deutsche Anleger investieren überproportional in deutsche oder europäische Aktien — obwohl Deutschland nur rund 2 % der globalen Marktkapitalisierung ausmacht. Dein Gehalt, deine Rente und möglicherweise deine Immobilie hängen bereits von der deutschen Wirtschaft ab. Ein globaler ETF reduziert dieses Klumpenrisiko und sorgt für echte geographische Diversifikation.
Quellen
- MSCI: MSCI World Index Factsheet — Indexzusammensetzung, historische Renditen, Faktorindizes
- FTSE Russell: FTSE All-World Index Factsheet — Globale Aktienmarkt-Abdeckung
- S&P Global: SPIVA Europe Scorecard, Mid-Year 2025 — Underperformance aktiver Fonds
- Fama/French (1993): „Common Risk Factors in the Returns on Stocks and Bonds" — Faktoren-Forschung
- Vanguard: „Global equity investing: The benefits of diversification and sizing your allocation", 2024