Die besten Krypto-ETFs und ETPs 2026 im Vergleich
Krypto-ETFs und ETPs vergleichen: Bitcoin-ETFs, Ethereum-ETFs und breit diversifizierte Krypto-Baskets. Kosten, Performance und Sicherheit im Überblick.
Krypto-ETFs und ETPs: Bitcoin, Ethereum und Co. über die Börse
Kryptowährungen sind die volatilste Anlageklasse, die Privatanlegern zugänglich ist — und gleichzeitig eine der meistdiskutierten. Mit Krypto-ETPs (Exchange Traded Products) lassen sich Bitcoin, Ethereum und andere digitale Assets über ein normales Wertpapierdepot handeln, ohne eigenes Wallet, ohne private Keys, ohne technische Hürden.
Aber: Die extreme Volatilität, regulatorische Unsicherheiten und das Fehlen fundamentaler Bewertungsmaßstäbe machen Krypto zu einer Anlageklasse, die nur einen kleinen, klar begrenzten Platz im Portfolio verdient.
~25.000 % +
Bitcoin-Kursentwicklung seit Januar 2015 (BTC/USD)
−77 %
Maximaler Drawdown Bitcoin (Nov 2021 → Nov 2022)
1–5 %
Empfohlener Maximalanteil im Portfolio
ETF, ETP, ETN — was ist der Unterschied?
In Europa gibt es keine „echten" Krypto-ETFs im klassischen Sinne. Der Grund: Die UCITS-Regulierung (das europäische Fondsrahmenwerk) schreibt Diversifikation vor — ein Fonds, der nur einen einzigen Vermögenswert hält (z. B. nur Bitcoin), ist als UCITS-ETF nicht zulässig.
Stattdessen werden Krypto-Produkte in Europa als ETPs oder ETNs aufgelegt:
Krypto-ETPs (Exchange Traded Products): Physisch besicherte Produkte, bei denen die tatsächlichen Kryptowährungen im Cold Storage verwahrt werden. Technisch sind ETPs besicherte Schuldverschreibungen — kein Sondervermögen wie bei einem ETF. Das Emittentenrisiko wird durch die physische Hinterlegung der Coins minimiert: Geht der Emittent pleite, dienen die hinterlegten Kryptowährungen als Sicherheit für die Anleger.
Krypto-ETNs (Exchange Traded Notes): Ebenfalls Schuldverschreibungen, die den Kurs einer Kryptowährung nachbilden. Der Unterschied zum ETP: ETNs können auch synthetisch (ohne physische Hinterlegung) aufgelegt sein. In der Praxis sind die meisten großen Krypto-Produkte in Europa physisch besichert.
Krypto-Basket-ETPs: Investieren in mehrere Kryptowährungen gleichzeitig — typischerweise gewichtet nach Marktkapitalisierung. Bieten breitere Streuung innerhalb der Krypto-Assetklasse.
Ein ETF ist Sondervermögen — bei Insolvenz des Anbieters gehören die Anteile weiterhin dir. Ein ETP ist eine Schuldverschreibung — bei Insolvenz des Emittenten hast du eine Forderung. Bei physisch besicherten Krypto-ETPs sind die Coins aber als Sicherheit hinterlegt und werden im Insolvenzfall an die Anleger verteilt. Das Risiko ist daher gering, aber theoretisch höher als bei einem echten ETF. Achte darauf, dass dein Krypto-Produkt physisch besichert ist.
Die beliebtesten Krypto-ETPs im Vergleich
| ETP | ISIN | Basiswert | TER | Verwahrer | Fondsvolumen |
|---|---|---|---|---|---|
| 21Shares Bitcoin ETP | CH0454664001 | Bitcoin (physisch) | 1,49 % | Copper, Coinbase | ~2 Mrd. € |
| CoinShares Physical Bitcoin | GB00BLD4ZL17 | Bitcoin (physisch) | 0,35 % | Komainu | ~3 Mrd. € |
| ETC Group Physical Bitcoin | DE000A27Z304 | Bitcoin (physisch) | 2,00 % | BitGo | ~1,5 Mrd. € |
| 21Shares Ethereum ETP | CH0454664027 | Ethereum (physisch) | 1,49 % | Copper, Coinbase | ~500 Mio. € |
| CoinShares Physical Ethereum | GB00BLD4ZM24 | Ethereum (physisch) | 0,00 % | Komainu | ~500 Mio. € |
| 21Shares Crypto Basket Index ETP | CH0445689208 | Multi-Crypto (Top 5) | 2,50 % | Copper | ~200 Mio. € |
Stand: Februar 2026. Fondsvolumen gerundet. Die TER-Spanne ist bei Krypto-ETPs deutlich höher als bei klassischen ETFs.
Die Kostenunterschiede sind erheblich: CoinShares verlangt für sein Bitcoin-ETP nur 0,35 %, während andere Anbieter bis zu 2,0 % oder mehr berechnen — für ein Produkt, das denselben Basiswert hält. Bei einer Investition von 10.000 € sind das 35 € vs. 200 € pro Jahr. Hier lohnt sich der Vergleich.
Verwahrung und Sicherheit
Die zentrale Frage bei Krypto-ETPs: Wer verwahrt die Coins, und wie sicher sind sie?
Cold Storage
Bei physisch besicherten ETPs werden die Kryptowährungen in sogenanntem Cold Storage aufbewahrt — also auf Hardware-Wallets, die nicht mit dem Internet verbunden sind. Das schützt vor Hackerangriffen. Die Private Keys liegen bei regulierten Verwahrern (Custodians) wie Coinbase Custody, BitGo, Komainu oder Copper.
Verwahrer-Audits
Seriöse ETP-Emittenten lassen die Bestände regelmäßig von unabhängigen Wirtschaftsprüfern auditieren. Ein Proof-of-Reserves-Bericht bestätigt, dass tatsächlich so viele Coins hinterlegt sind, wie ETPs im Umlauf sind. Achte darauf, dass der Emittent deines ETPs regelmäßige Audits veröffentlicht.
Was passiert bei einer Insolvenz?
Geht der ETP-Emittent pleite, werden die physisch hinterlegten Coins durch einen Treuhänder verwertet und an die Anleger verteilt. Das hat bei der Insolvenz einzelner kleinerer Krypto-Emittenten in der Vergangenheit grundsätzlich funktioniert — allerdings kann der Prozess Monate dauern. Ein Restrisiko bleibt, insbesondere wenn die Verwahrungskette komplex ist.
Krypto-ETP vs. echte Coins: Was ist sinnvoller?
| Kriterium | Krypto-ETP | Echte Coins (Exchange/Wallet) |
|---|---|---|
| Zugang | Über normales Wertpapierdepot | Krypto-Börse (Coinbase, Kraken, etc.) |
| Verwahrung | Durch regulierten Verwahrer | Selbst (Wallet) oder Exchange |
| Kosten | TER 0,35–2,5 % p.a. | Kauf-/Verkaufsgebühren (0,1–0,5 %), keine laufenden Kosten |
| Steuer | Abgeltungssteuer (~26,4 %), keine Haltefrist | Privates Veräußerungsgeschäft — nach 1 Jahr steuerfrei |
| Sicherheit | Regulierter Verwahrer, Cold Storage | Selbstverantwortung (Wallet verloren = Coins weg) |
| Sparplanfähig | Ja, bei vielen Brokern | Bei manchen Krypto-Börsen |
Der steuerliche Unterschied ist entscheidend
Das ist der wichtigste Punkt: Echte Kryptowährungen, die du selbst hältst, fallen unter private Veräußerungsgeschäfte (§ 23 EStG). Hältst du die Coins länger als ein Jahr, ist der Gewinn komplett steuerfrei — egal wie hoch. Bei einem Krypto-ETP greift dagegen die Abgeltungssteuer (~26,4 %) auf jeden Gewinn, und es gibt keine steuerfreie Haltefrist.
Bei einem Bitcoin-Gewinn von 50.000 € macht das den Unterschied zwischen 0 € Steuern (echte Coins, >1 Jahr gehalten) und ~13.200 € Steuern (ETP). Das ist ein gewaltiger Unterschied.
Unsere Einschätzung: Wer technisch in der Lage ist, Kryptowährungen sicher selbst zu verwahren, und einen Anlagehorizont von über einem Jahr hat, fährt mit echten Coins steuerlich deutlich besser. Krypto-ETPs sind die bequemere Lösung für alle, die sich nicht mit Wallets und Private Keys beschäftigen wollen — oder die einen Sparplan im bestehenden Depot bevorzugen.
Die steuerfreie Veräußerung von Kryptowährungen nach einem Jahr Haltefrist basiert auf der aktuellen Rechtslage (§ 23 EStG). Der Gesetzgeber diskutiert seit Jahren eine Anpassung. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Kryptowährungen in Zukunft wie andere Kapitalanlagen mit Abgeltungssteuer besteuert werden. Beobachte die steuerlichen Entwicklungen und hole dir im Zweifel Rat von einem Steuerberater.
Portfolio-Allokation: Wie viel Krypto ist sinnvoll?
Die meisten Finanzexperten und institutionellen Anleger empfehlen einen Krypto-Anteil von maximal 1–5 % des Gesamtportfolios. Der Grund ist die extreme Volatilität: Bitcoin hat in seiner Geschichte mehrfach 70–80 % vom Höchstkurs verloren — und sich anschließend wieder erholt. Wer das aussitzen kann und will, kann von der langfristigen Wertentwicklung profitieren. Wer das nicht kann, sollte die Position klein halten.
Konkretes Rechenbeispiel: Bei einem Portfolio von 100.000 € und 5 % Krypto-Allokation (5.000 €) würde ein Bitcoin-Crash von −75 % das Gesamtportfolio um 3,75 % belasten. Das ist verkraftbar. Bei 20 % Krypto-Allokation (20.000 €) wären es −15 % — das kann je nach restlicher Portfolioentwicklung schmerzhaft werden.
- +Höchste historische Rendite aller Anlageklassen (Bitcoin seit 2010)
- +Niedrige Korrelation zu Aktien und Anleihen (potenzieller Diversifikationseffekt)
- +Zugang zu einer neuartigen Technologie mit wachsender Adaption
- +Über ETPs einfach per Depot handelbar und sparplanfähig
- +Physische Besicherung bietet Schutz gegen Emittentenrisiko
- −Extreme Volatilität (Drawdowns von 70–80 % historisch normal)
- −Keine Fundamentalbewertung möglich (kein Cashflow, kein Gewinn, kein Buchwert)
- −Regulatorische Unsicherheit in vielen Ländern
- −ETPs sind keine Sondervermögen (Schuldverschreibungen mit Kontrahentenrisiko)
- −Deutlich höhere TER als bei klassischen ETFs (0,35–2,5 % vs. 0,07–0,20 %)
- −Steuerlich nachteilig gegenüber echten Coins (keine steuerfreie Haltefrist)
Staking bei Ethereum-ETPs
Einige Ethereum-ETPs bieten Staking an — die Möglichkeit, mit den hinterlegten ETH-Coins am Proof-of-Stake-Netzwerk teilzunehmen und dafür Staking-Rewards zu erhalten. Die Belohnungen liegen aktuell bei rund 3–4 % pro Jahr und werden dem ETP-Kurs gutgeschrieben.
Staking-ETPs haben dadurch eine leichte Renditeverbesserung gegenüber Non-Staking-Varianten. Allerdings ist die steuerliche Behandlung von Staking-Erträgen komplex: Die Finanzverwaltung hat noch keine finale Klarheit geschaffen, ob Staking-Rewards als laufende Einkünfte oder als Wertzuwachs des ETPs zu behandeln sind. Im Zweifel: Steuerberater fragen.
Häufig gestellte Fragen zu Krypto-ETPs
Wenn du einen Anlagehorizont von über einem Jahr hast und dich technisch sicher genug fühlst, eigene Coins in einem Wallet zu verwahren, sind echte Coins steuerlich klar im Vorteil (steuerfrei nach 1 Jahr Haltefrist). Wenn du Komfort bevorzugst, einen Sparplan im bestehenden Depot willst und dich nicht mit Wallets beschäftigen möchtest, ist ein physisch besichertes Krypto-ETP die einfachere Lösung — allerdings mit Abgeltungssteuer auf Gewinne.
Krypto-ETPs unterliegen der Abgeltungssteuer (~26,4 %). Es gibt keine Teilfreistellung und keine steuerfreie Haltefrist — jeder Gewinn wird bei Verkauf besteuert, egal wie lange du das ETP gehalten hast. Das unterscheidet sich fundamental von echten Kryptowährungen, die nach einem Jahr Haltefrist steuerfrei veräußert werden können. Achte auf den Freistellungsauftrag (1.000 € / 2.000 € für Paare).
Neben dem offensichtlichen Kursrisiko (Kryptowährungen können 70–80 % fallen) gibt es ein Emittentenrisiko: Krypto-ETPs sind keine Sondervermögen, sondern Schuldverschreibungen. Bei physisch besicherten ETPs ist das Risiko gering, weil die Coins als Sicherheit dienen. Hinzu kommen Verwahrungsrisiken (Sicherheit des Cold Storage), regulatorische Risiken (mögliche Verbote oder Einschränkungen) und Technologierisiken (Bugs in der Blockchain, 51-%-Attacken bei kleineren Coins).
Ja, bei vielen Brokern. Trade Republic, Scalable Capital und andere bieten Sparpläne auf gängige Krypto-ETPs an — oft schon ab 1 € monatlich. Ein Sparplan kann bei der extremen Volatilität von Kryptowährungen sinnvoll sein, weil er den Cost-Average-Effekt nutzt: Du kaufst automatisch mehr Anteile bei niedrigen Kursen und weniger bei hohen.
Bitcoin ist die älteste, größte und liquideste Kryptowährung — eine Art „digitales Gold" mit begrenztem Angebot (maximal 21 Millionen BTC). Ethereum ist die zweitgrößte Kryptowährung und die Basis für Smart Contracts, DeFi und NFTs — eher ein „dezentraler Computer". Beide haben unterschiedliche Investment-Thesen. Für eine Basisposition in Krypto ist Bitcoin die konservativere Wahl. Wer an das Potenzial von Smart-Contract-Plattformen glaubt, kann Ethereum beimischen. Ein Basket-ETP deckt beides ab.
Quellen
- 21Shares: Bitcoin ETP Factsheet — Produktstruktur und Verwahrung
- CoinShares: Physical Bitcoin ETP — Custody und Proof of Reserves
- BaFin: Regulierung von Krypto-Wertpapieren in Deutschland
- BMF-Schreiben vom 10.05.2022: Steuerliche Behandlung von Kryptowährungen
- Ethereum Foundation: Proof of Stake und Staking-Rewards — Mechanik und Renditen
- CoinGecko: Historische Kursdaten Bitcoin und Ethereum