ETF-Suche: Alle ETFs im Überblick
Finde den passenden ETF: Über 3.000 ETFs durchsuchen, filtern und vergleichen. Kosten, Performance, Sparplan-Verfügbarkeit – alle Daten auf einen Blick.
ETF-Suche: So findest du den passenden ETF
Exchange Traded Funds (ETFs) haben die Geldanlage für Privatanleger grundlegend verändert. Statt teure Fondsmanager zu bezahlen, die statistisch ohnehin nicht besser abschneiden als der Markt, bilden ETFs einen Index nach — breit gestreut, transparent und zu einem Bruchteil der Kosten aktiver Fonds.
Die Daten dazu sind eindeutig: Laut der SPIVA Europe Scorecard von S&P Global (Mid-Year 2025) schaffen es über einen 10-Jahres-Zeitraum 94–98 % der aktiv gemanagten Fonds in Europa nicht, ihren Vergleichsindex zu schlagen. Wer in aktive Fonds investiert, zahlt also in den allermeisten Fällen mehr — und bekommt weniger.
94–98 %
der aktiven Fonds verlieren gegen ihren Index über 10 Jahre
0,10–0,20 %
TER eines typischen Welt-ETFs pro Jahr
3.000+
ETFs an deutschen Börsen handelbar
Was ist ein ETF — und warum funktioniert das Konzept?
Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Index nachbildet. Statt dass ein Fondsmanager aktiv entscheidet, welche Wertpapiere gekauft werden, folgt der ETF stur einer Regel: Er kauft genau die Titel, die im Index enthalten sind — in der gleichen Gewichtung.
Ein ETF auf den MSCI World enthält rund 1.400 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Ein FTSE All-World deckt sogar über 4.000 Unternehmen ab, inklusive Schwellenländer. Mit einem einzigen Kauf investierst du in Apple, LVMH, Toyota, Samsung und Hunderte weitere Unternehmen gleichzeitig.
Wie ETFs den Index nachbilden
Es gibt zwei grundlegende Methoden:
Physische Replikation: Der ETF kauft tatsächlich alle (oder die wichtigsten) Wertpapiere des Index. Das ist die transparenteste Methode. Bei großen Indizes wie dem S&P 500 kauft der ETF alle 500 Aktien. Bei sehr breiten Indizes mit Tausenden Positionen wird oft „optimiertes Sampling" genutzt — der ETF kauft eine repräsentative Auswahl.
Synthetische Replikation: Der ETF bildet den Index über ein Tauschgeschäft (Swap) mit einer Gegenpartei nach. Vorteil: geringere Kosten und oft exakteres Tracking, besonders bei exotischen Märkten. Das Kontrahentenrisiko ist durch EU-Regulierung (UCITS) auf maximal 10 % des Fondsvermögens begrenzt und wird in der Praxis durch Sicherheiten (Collateral) weiter reduziert.
Unsere Einschätzung: Physisch replizierende ETFs sind für die meisten Anleger die erste Wahl. Bei Schwellenländern oder Rohstoffen kann synthetische Replikation sinnvoll sein.
Worauf du bei der ETF-Auswahl achten solltest
Gesamtkostenquote (TER) — wichtig, aber nicht alles
Die TER (Total Expense Ratio) ist die jährliche Verwaltungsgebühr des ETFs. Bei Aktien-ETFs auf große Indizes liegt sie zwischen 0,05 % und 0,25 %. Zum Vergleich: Aktive Fonds kosten typischerweise 1,5–2,0 % pro Jahr — das Zehnfache. Über 30 Jahre summiert sich dieser Kostenunterschied auf einen sechsstelligen Betrag (rechne es nach mit unserem Sparplanrechner).
Die TER allein erzählt aber nicht die ganze Geschichte. Wichtiger ist die Tracking Difference — die tatsächliche Abweichung vom Index nach allen Kosten. Manche ETFs mit höherer TER tracken den Index sogar besser als günstigere Alternativen, weil sie durch Wertpapierleihe oder steuerliche Optimierung Zusatzerträge erzielen.
Fondsvolumen — Größe zählt
Ein Fondsvolumen ab 100 Mio. € sollte das Minimum sein. Große ETFs (ab 1 Mrd. €) bieten engere Spreads, höhere Liquidität und ein geringeres Risiko, dass der Anbieter den Fonds irgendwann schließt. Die beliebtesten Welt-ETFs haben mittlerweile Volumina von 50–80 Mrd. € — da besteht kein Schließungsrisiko.
Ertragsverwendung — thesaurierend oder ausschüttend?
Thesaurierend: Dividenden werden automatisch reinvestiert. Ideal für den langfristigen Vermögensaufbau — der Zinseszins läuft ohne dein Zutun.
Ausschüttend: Dividenden werden auf dein Verrechnungskonto ausgezahlt. Sinnvoll, wenn du den Sparerpauschbetrag von 1.000 € (Singles) bzw. 2.000 € (Paare) ausschöpfen willst, ohne Anteile verkaufen zu müssen.
Unsere Einschätzung: Für den Vermögensaufbau thesaurierend. Weniger Aufwand, optimaler Zinseszinseffekt. Wer den Freibetrag noch nicht ausschöpft, fährt mit einem ausschüttenden ETF steuerlich etwas besser.
Tracking Difference statt TER
Die Tracking Difference (TD) zeigt, wie stark die Rendite des ETFs tatsächlich vom Index abweicht — inklusive aller Kosten, Erträge aus Wertpapierleihe und steuerlicher Effekte. Eine TD von −0,05 % bedeutet: Der ETF hat den Index um 0,05 Prozentpunkte verfehlt. Manche ETFs erreichen sogar eine positive TD — sie schlagen ihren eigenen Index leicht, etwa durch optimierte Quellensteuerrückforderung. Die TD findest du auf Vergleichsseiten wie trackingdifferences.com.
Welche ETF-Kategorie passt zu dir?
Nicht jeder ETF ist gleich. Die Assetklasse bestimmt Risiko, Renditeerwartung und Rolle im Portfolio:
| Assetklasse | Typische Rendite p.a. | Risiko | Ideal für |
|---|---|---|---|
| Aktien-ETFs | 7–8 % (historisch) | Hoch | Langfristiger Vermögensaufbau (10+ Jahre) |
| Anleihen-ETFs | 2–4 % | Niedrig–Mittel | Stabilisierung, risikoarmer Portfolioanteil |
| Rohstoff-ETFs | Variabel | Mittel–Hoch | Inflationsschutz, Diversifikation |
| Immobilien-ETFs | 4–6 % | Mittel–Hoch | Dividenden, Immobilien-Exposure ohne Eigenheim |
| Geldmarkt-ETFs | ~EZB-Leitzins | Sehr niedrig | Tagesgeld-Alternative, Notgroschen, Parkposition |
| Krypto-ETFs | Extrem variabel | Sehr hoch | Spekulative Beimischung (max. 1–5 %) |
Für die meisten Anleger ist ein breit gestreuter Aktien-ETF die Basis — alles andere ist Feintuning je nach persönlicher Situation und Risikobereitschaft.
ETF-Sparpläne: Warum Warten teuer ist
Ein ETF-Sparplan ist der einfachste Einstieg in die Geldanlage. Du investierst monatlich einen festen Betrag — ab 1 € bei vielen Brokern. Der Broker kauft automatisch Anteile zum aktuellen Kurs. Kein Timing, kein Stress, kein Aufwand nach der Einrichtung.
Der größte Vorteil neben der Automatisierung: der Cost-Average-Effekt. Bei niedrigen Kursen kaufst du mehr Anteile, bei hohen weniger. Über die Zeit glättet das deinen Durchschnittspreis und schützt dich vor dem Risiko, dein gesamtes Kapital zum Höchstkurs zu investieren.
Konkret durchgerechnet: 200 € monatlich über 30 Jahre bei 7 % durchschnittlicher Rendite ergibt rund 243.000 € — bei nur 72.000 € eigener Einzahlung. Der Rest ist Zinseszins. Probier unseren ETF-Sparplanrechner aus und spiel mit den Zahlen.
Was kostet dich Warten?
200€/Monat bei 7% Rendite über 30 Jahre. Wie teuer wird jedes Jahr Verzögerung?
Kosten des Wartens
−81.980 €
das sind 16.396 € pro Jahr Verzögerung
Bei den großen Neo-Brokern wie Trade Republic, Scalable Capital oder Finanzen.net Zero sind ETF-Sparpläne komplett kostenlos — Depotgebühren: 0 €, Sparplan-Gebühren: 0 €. In unserem Broker-Vergleich findest du den passenden Anbieter.
Steuern auf ETFs: Was du wissen musst
Bei einem deutschen Broker läuft die Besteuerung von ETFs weitgehend automatisch. Trotzdem lohnt es sich, die Grundlagen zu kennen:
Abgeltungssteuer: 25 % plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer — effektiv etwa 26,4 %. Fällt auf realisierte Kursgewinne und Ausschüttungen an.
Teilfreistellung: Aktien-ETFs (mindestens 51 % Aktienanteil) erhalten 30 % Teilfreistellung. Das heißt: Nur 70 % deiner Erträge werden tatsächlich besteuert. Bei Immobilien-ETFs sind es 60 % Freistellung, bei Mischfonds 15 %. Geldmarkt-ETFs erhalten keine Teilfreistellung.
Vorabpauschale: Seit 2018 wird bei thesaurierenden ETFs eine jährliche Vorabpauschale erhoben — ein fiktiver Mindest-Ertrag, der versteuert wird. Das verhindert, dass Anleger durch Thesaurierung die Steuerzahlung endlos aufschieben. Dein Broker berechnet und führt die Vorabpauschale automatisch ab.
Sparerpauschbetrag: 1.000 € (Singles) bzw. 2.000 € (zusammenveranlagte Paare) pro Jahr sind steuerfrei. Richte einen Freistellungsauftrag bei deinem Broker ein — sonst gehen dir bis zu 264 € Steuerersparnis pro Jahr verloren. Ausführlich erklärt in unserem Steuer-Ratgeber.
Nutze den Sparerpauschbetrag jedes Jahr aus. Bei ausschüttenden ETFs passiert das automatisch über die Dividenden. Bei thesaurierenden ETFs zählt die Vorabpauschale gegen den Freibetrag. Eine Kombination aus beiden Varianten kann steuerlich optimal sein — besonders, wenn du den Freibetrag nicht anderweitig (z. B. über Tagesgeld-Zinsen) ausschöpfst.
ETFs vs. aktive Fonds: Was die Daten sagen
Das Argument für ETFs ist nicht ideologisch, sondern empirisch. Die SPIVA-Studien von S&P Global dokumentieren seit über 20 Jahren dasselbe Muster: Die überwältigende Mehrheit aktiver Fonds verliert langfristig gegen ihren Vergleichsindex.
| Zeitraum | Anteil aktiver Fonds, die ihren Index nicht schlagen (Europa) |
|---|---|
| 1 Jahr | ~60 % |
| 5 Jahre | ~80 % |
| 10 Jahre | ~94 % |
| 20 Jahre | ~97 % |
Quelle: S&P Global SPIVA Europe Scorecard, Mid-Year 2025
Das Problem wird durch den Survivorship Bias zusätzlich verschärft: Schlecht performende Fonds werden geschlossen und verschwinden aus den Statistiken. Die tatsächliche Versagensquote ist also noch höher als die ohnehin schon ernüchternden Zahlen zeigen.
Hinzu kommt: Die wenigen Fonds, die den Index in einer Periode schlagen, tun das in der nächsten Periode meistens nicht mehr. Outperformance ist selten, unvorhersagbar und nicht persistent. Für Privatanleger heißt das: Ein breit gestreuter ETF mit niedrigen Kosten und langem Zeithorizont schlägt fast jede alternative Strategie.
Häufig gestellte Fragen zu ETFs
ETFs sind Sondervermögen — bei einer Insolvenz des Anbieters (iShares, Vanguard, Xtrackers) gehören deine Anteile weiterhin dir. Sie werden getrennt vom Unternehmensvermögen verwahrt. Das Risiko liegt nicht in der Fondsstruktur, sondern in den Kursschwankungen der enthaltenen Wertpapiere. Ein Aktien-ETF kann zwischenzeitlich 30–50 % an Wert verlieren. Historisch hat sich der MSCI World aber über jeden 15-Jahres-Zeitraum seit 1970 positiv entwickelt. Sicherheit ist damit vor allem eine Frage des Zeithorizonts.
Für die meisten Anleger reicht ein einziger breit gestreuter Welt-ETF (MSCI World, FTSE All-World oder MSCI ACWI IMI). Mehr ETFs bedeuten mehr Komplexität, aber nicht automatisch bessere Diversifikation — ein FTSE All-World enthält bereits über 4.000 Unternehmen. Wer möchte, kann Schwellenländer oder Small Caps ergänzen, aber drei ETFs sind in der Regel das sinnvolle Maximum. Mehr dazu auf unserer Aktien-ETF-Seite.
Für die allermeisten Privatanleger: ETFs. Einzelaktien erfordern tiefgreifendes Research, emotionale Disziplin und eine realistische Selbsteinschätzung der eigenen Fähigkeiten. Wenn selbst professionelle Fondsmanager mit ganzen Analystenteams den Markt langfristig nicht schlagen, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass es Privatanleger systematisch besser machen. Ein ETF liefert die Marktrendite abzüglich minimaler Kosten — das reicht für einen soliden Vermögensaufbau vollkommen aus.
Die laufenden Kosten (TER) liegen bei 0,05–0,25 % pro Jahr für große Aktien-ETFs. Bei 10.000 € im ETF sind das 5–25 € pro Jahr. Dazu kommen einmalige Kaufkosten (bei Sparplänen oft 0 €) und der Spread (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, bei liquiden ETFs unter 0,1 %). Versteckte Kosten wie Ausgabeaufschläge (3–5 %), die bei aktiven Fonds üblich sind, gibt es bei ETFs nicht.
Ja, kurzfristig. Ein Aktien-ETF kann in einem Crash 30–50 % an Wert verlieren — das ist kein Fehler im System, sondern Normalität an den Aktienmärkten. Entscheidend ist, ob du diesen Zeitraum durchhältst. Der MSCI World hat jeden Crash der letzten 55 Jahre wieder aufgeholt — dafür brauchst du allerdings Geduld und die Disziplin, nicht in der Panik zu verkaufen. Geld, das du in den nächsten 5 Jahren brauchst, gehört nicht in Aktien-ETFs, sondern in Geldmarkt-ETFs oder auf ein Tagesgeldkonto.
Statistisch schlägt „sofort investieren" in zwei Dritteln der Fälle das Warten auf einen besseren Kurs (Quelle: Vanguard, „Dollar Cost Averaging Just Means Taking Risk Later", 2023). Den perfekten Einstiegszeitpunkt gibt es nicht — und wer darauf wartet, verpasst erfahrungsgemäß die besten Börsentage. Ein Sparplan löst das Problem: Du investierst regelmäßig und automatisch, unabhängig davon, was der Markt gerade macht.
Quellen
- S&P Global: SPIVA Europe Scorecard, Mid-Year 2025 — Underperformance aktiver Fonds
- MSCI: MSCI World Index Factsheet — Indexzusammensetzung und historische Renditen
- Vanguard: „Dollar Cost Averaging Just Means Taking Risk Later", 2023
- Deutsche Bundesbank: Statistiken zum ETF-Markt in Deutschland
- BaFin: Regulierung von UCITS-ETFs und Sondervermögen